Die Öresundbrücke Am 29.12.1993 unterzeichneten der dänische Ministerpräsident Poul Nyrup Rasmussen und sein schwedischer Kollege Carl Bildt einen Vertrag zum Bau der Öresundverbindung. Am 16.06.94 fasste die schwedische Regierung den Beschluss, dass die Öresundverbindung nach dem Wasserschutzgesetz und dem stellte nach Prüfung fest, dass die Gestaltung der Verbindung Naturressourcengesetz realisiert werden könne. Die Regierung in hohem Maße den Forderungen nach möglichst geringen Auswirkungen auf die Umwelt angepasst wurde. Die Verbindung über den Öresund behindert das Einfliessen von salz- und sauerstoffreichem Wasser nicht denn als Ausgleich für den Bau der Rampen etc. wurde die Flint-Rinne, das Hauptfahrwasser, vertieft. Mit der Planung, dem Bau und der Finanzierung der gesamten Verkehrsverbindung wurde das "Öresundkonsortiet" beauftragt. Nach der Fertigstellung fungiert das Konsortium, das zu gleichen Teilen dem dänischen wie dem schwedischen Staat gewährt, als Eigner und Betreiber der Verkehrsverbindung. Die aufgenommenen Kredite von umgerechnet 3 Milliarden Euro zum Bau der Verbindung sollen durch Mautgebühren innerhalb von 27 Jahren zurückgezahlt werden. Die gesamte Querung von Küste zu Küste ist 16 Kilometer lang und besteht aus einer Bahn- und Strassenverbindung. An der schwedischen Küste Im Gebiet Lernacken südlich Malmös wurde eine grosse Mautstation errichtet. Es gibt in jeder Fahrtrichtung 9 Kontrollspuren, die standardmäßig mit Kartenlesern ausgestattet sind. Je nach Verkehrsaufkommen werden diese Spuren mit Personal besetzt. Zusammen mit einer Servicestation und Einrichtungen für Zoll- und Veterinärkontrolle. Die Mautstelle ist für über 15.000 PKW täglich ausgelegt.
Die Brücke Die 3Km lange östliche Anschlussbrücke
führt vom schwedischen Ufer in einer sanften Biegung nach Nordwesten. Die
Anschlussbrücke hat zu Beginn der Auffahrt eine freie
Höhe von 8 m und steigt bis zur Hochbrücke (siehe Bild
oben links) langsam auf eine Durchfahrtshöhe von 65 m an. Dazwischen: eine Insel Die künstliche Insel Peberholm südlich vor Saltholm ist 4380 m lang. Sie wurde geschaffen, um den Übergang vom Tunnel auf die Brücke möglich zu machen. Als erstes entstand ein Damm aus Steinen, der die Form der späteren Insel hat. Dieser Damm wurde von innen mit mit aufgeschwemmtem Sand aufgefüllt, bevor die Anlagen, Brücken-und Tunnelportale erreichtet wurden.Insgesamt wurden für die Insel ca. 1,6 Millionen Kubikmeter Gestein und 7,5 Millionen Kubimeter Sand verarbeitet.
Der Tunnel: Vom westlichen Inselteil aus wird die Verbindung durch einen 3750 m langen Senktunnel unter der Drogden-Rinne fortgesetzt, wo die Hauptfahrrinne des Öresunds liegt. Die Tunneloberkante liegt an der tiefsten Stelle gut 13 m unter Meeresspiegel. In Dänemark endet der Tunnel auf einer künstlichen Halbinsel, die sich nördlich vom Flughafen Köbenhavn- Kastrup 430 m hinaus vor die bestehende Küstenlinie erstreckt. Der Bau eines Tunnels war zwingend notwendig, da eine Brücke den Flugverkehr des Kopenhagener Flughafens nachhaltig beeinträchtigt hätte. Die vierspurige Schnellstrasse ist für eine Geschwindigkeit von 110 Km/h und die zwei darunterliegenden Gleise für Personenzüge bis zu 200 km/h und Güterzüge bis 120 km/h ausgelegt. Im Tunnel darf man max. 90 Km/h fahren. Die Übersicht:
1=Citytunnel Malmö zur direkten Anbindung der Strecke an das Hochgeschwindigkeitsnetz der schwedischen Staatsbahn 2=Neubau der Anbindungsstrecken für
Bahn+Strasse.Strasse. Neubau eines Autobahnrings um Malmö¶
herum 8=Neubau einer Bahnverbindung zum Hauptbahnhof Kopenhagen+ Autobahnanbindung.
Der Grundpreis pro PKW beträgt 36 Euro (Stand 13.09.2010). Es gibt aber auch Mehrfachkarten (4-er und 10er), bei denen der Preis pro Überfahrt auf sinkt. Für Vielfahrer (mehr als 2 Fahrten innerhalb von 6 Monaten) wird ein Öresund-Bonus von gewährt, sodass die einfache Fahrt per PKW noch etwas weniger kostet. Die genauen Tarife entnehmen Sie bitte der Preisübersicht der Oeresundsbron. Die Anmeldeformulare zu diesem Öresund-Bonus gibt es an der Mautstelle. Man erhält einen kleinen Transponder, der an der Windschutzscheibe befestigt wird. Dieser Transponder meldet jedes Mal das Auto automatisch an, wenn man das Gebührenterminal befährt, so dass man für die Bezahlung nicht anhalten muss. Die Mautgebühr wird direkt über die VISA- bzw. Eurocard abgebucht. Erhoben wird die Maut auf der schwedischen Seite am Terminal Lernacken bei Malmö.
Zur Aufhebung des Kopfbahnhofs Malmö und damit auch zur wesentlichen Beschleunigung der Nord-Süd Eisenbahnverbindung ist es vorgesehen, eine 11km lange Direktverbindung von der Öresundbrücke zum Malmöer Zentralbahnhof zu bauen. Weitere 6 km Gleisstrecke entfallen auf Anschlussäste Richtung Osten und Süden (siehe Abb.3). 6 km der Strecke sollen in einem 2-Röhren Tunnel führen, der Rest im Einschnitt. Geplant ist ein neue unterirdische Bahnstation zusätzlich zum bisherigen Zentralbahnhof sowie 2 neue Stationen, die eine am belebten Platz “Triangeln”, die andere am Stadtrand bei “Hyllie”. Der Tunnel wird mit Bohrmaschienen gebohrt. Die Kosten des Projekts werden bei etwa 1,3 Mrd. Euro liegen. Baubeginn war 2004, die Fertigstellung ist für 2011 vorgesehen. Was die Naturgewalten der Eiszeit vor mehr als 8000 Jahren auseinander rissen, ist dank moderner Ingenieurskunst nun wieder vereint. Die Zusammenarbeit zwischen Kopenhagen und Malmö wird in Zukunft weniger die zwischen 2 Ländern, sondern die zwischen den zweier Kommunen sein, die dank der Brücke ein Nahverkehrsystem haben. Die Fertigstellung dieser Brücke ist ein grosser Meilenstein im Zusammenwachsen Europas und der Region Kopenhagen-Malmö¶. Verkehrspolitisch betrachtet ist diese Maut selbst für Vielfahrer noch deutlich zu hoch, auch wenn sie nur die Hälfte des Betrages der Storebelt-Maut beträgt. Die vierspurige Autobahn und die zweigleisige Bahnverbindung wurden 2009 täglich von 71.700 Passagieren benutzt, eine Steigerung um über hundert Prozent gegenüber 2001 (35.400). Die Zahl der täglichen Pendler stieg von 2001 bis 2009 von 3500 auf 20.000 und soll sich nach Prognosen bis 2025 auf 40.000 verdoppeln. 1999 wohnten 2800 Schweden in Kopenhagen und 2200 Dänen in Malmö. Zehn Jahre später waren es 4000 Schweden in Kopenhagen und 12.000 Dänen in Malmö. Die Bahnverbindung ist auch ein voller Erfolg, auch wenn die Unpünktlichkeit mancher Züge recht nervig ist. Wenn der Citytunnel Malmö 2011 fertiggestellt ist, wird es ein perfektes Nahverkehrsystem Malmö-Kopenhagen und Umgebung geben. In eigener Sache: Alle Bilder sind, soweit nicht anders gekennzeichnet, Eigentum des Autors. Eine Verlinkung oder die Publikation der Bilder ist untersagt. Simon Bruckner, 09.10.2010 |