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Reisebericht Norwegen 2005
Anreise 3.7. 2005

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Die Bahnfahrt von Hamburg nach Kiel war dank erster Klasse sehr ruhig und angenehm. Was absolut schlecht und schweißtreibend war: in Dammtor war der Lift kaputt und in Kiel gab es nur Treppen. Am Terminal checkten wir ein und schon der Anblick der Color Fantasy war beeindruckend. Dann, endlich, ging's an Bord. Der Anfang war freundlich, eine Kapelle spielte Jazzmusik.
Unsere Kabine war gut eingerichtet, d.h., mit TV mit 10 Programmen u.a. mit Bordkanal mit Bug live-Cam usw. das Fenster war Übrige Ausstattung gut, kurz um eine erhebliche Steigerung gegenüber den Vorgängerschiffen (Bild 1).
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| (1) Das ist sie: "unsere" Color-Fanatsy Fantasy |
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Der Schiffsrundgang nach dem Auslaufen aus der mit Segelschiffen übersäten und idyllischen Kieler Förde ließ uns weiter staunen.
In der Mitte des Schiffes befindet sich eine 165 m lange und drei Stockwerke hohe Passage mit Lokalen wie Italiener, Café, Irish Pub, Letzterer mit life-Musik, x-Boutiquen sowie das Gourmetrestaurant Cosmopolitan im Achterschiff.
Kurzum: man musste schon „wissen“ dass man auf einem Schiff war. Auf Deck 6 war das Buffetrestaurant und daneben das wie bei jeder Schiffsreise mehr oder weniger erfolgreich frequentierte Casino. Die Freidecks sind riesig. Insgesamt drei Umläufe hat das Schiff.
Neben den genannten Restaurants gibt es auch noch einige Bars sowie das Aqualand und die Observation Lounge Deck 15. Dies alles zu nutzen bedürfte es schon drei bis vier Überfahrten.
Wir waren am Buffet, auch vom Piano live begleitet und mit der Observations-Lounge, wo wir laut einiger Anwesenden „den Sonnenuntergang im Osten“ genossen und von einer Musikergruppe Jazz und Skiffle gespielt wurde. Nur die am Abend übliche "Show" konnte man vergessen.
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Die Fahrt selbst war schön, wir passierten nach zwei Stunden die erste dänische Insel Langeland und etwas später die Storebeltbrücke. Leider war die Sicht nicht so gut.
Aber das dänische Inselreich für sich schon ist diese Reise wert;-).
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Unsere Reiseroute:
Dunkelgrün= Fähre,
Dunkelblau= Bahn, Rot= Bus, Gelb= Flugzeug
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Reisetag Oslo-Tyin 4.7.2005
in Oslo angekommen fuhren wir zum Bahnhof. Dort stellte sich heraus, dass unser Bus erst zwei Stunden später fuhr was durchaus ein Vorteil war, denn so konnten wir einen kurzen Stadtbummel machen. Wir kauften zunächst eine Uhr, dann ging es zur Festung Akershus mit herrlichen Ausblick über Hafen und City Oslos zurück über die Karl-Gustavs-Gatan, Oslos lange und prächtige Haupteinkaufsstraße.
Unsere Busfahrt führte zunächst von Oslo nach Fagerness. Die Landschaft war zunächst mittelgebirgsähnlich mit grünen und idyllischen Tälern, Bergen bis circa 1000 m mit Nadelwald und einigen schroffen Klippenhängen. |
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Die Seen war sehr tief eingeschnitten.In unserem zweiten Fahrtabschnitt von Fagerness nach Tyinkrysset wandelte sich die Landschaft: die Täler blieben noch idyllisch, die Berggipfel/Fjells wurden aber baumfrei.
Etwas später wurde die Täler enger, die Flüsse reißend (Hochwasser aufgrund der Schneeschmelze), die Berge kahler und mit Schnee befleckt. Kurz vor Tyinkrysset zog eine Kuhherde die Straße der Wiese als Weg vor.
Der Busfahrer fuhr ganz langsam und vorsichtig an den einzelnen Tieren vorbei, die sogar den Bus für "Nahrung" hielten und ihn ableckten. Ein drolliges Schauspiel;-) |
Aussicht aus der “Observations-Lounge” auf das “Tor zum Kattegat”, die Storebeltbrücke |
Am Pass von Tyinkryssset verließen wir den Bus. Dort holte uns unser Wirt, Ole, ab. Wir fuhren durch schon eine fast arktische Landschaft, die je nach Höhe 10 bis 80% schneebedeckt war, zu unserem Quartier in Tyinholmen, einer kleinen Ferienhaussiedlung mit Gasthaus.
Dort aßen wir sehr gut aus dem Tyin frisch gefangenen Fisch zu Abend. Danach gingen wir kurz spazieren. Ich stieg dann noch 200 Höhenmeter Richtung Utsikten, unserem "Hausberg".
Die Aussicht auf See, Gletscher und Berge machten Laune auf mehr... |
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| Aussicht von unserer Veranda auf den Tyin-See und in den umwölkten Zentraljotunheimen |
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Erster Wandertag -Torshammeren- 5.7.2005
Aufstehen, frühstücken, danach weiter schlafen. Nach einem zweiten Frühstück starteten wir um 14:00 Uhr zu unserer Wanderung. Zunächst gingen wir 500 m am Tyin entlang bis wir den Weg verließen und in die tundraartige Natur aufbrachen. Wald gibt es hier nicht mehr.
Es wachsen hier nur noch niedrige, am Boden wuchernde Weiden sowie vereinzelte Wachholderbüsche, dazwischen Heide und Krähenbeeren. Ab etwa 1300 m ü. NN. Übernehmen Moose und Flechten „das Regiment“, in geschützten Lagen treten aber immer wieder noch kleine Büsche auf.
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| Endlich angekommen...Blick von unserem Haus Richtung “Skolten” und Tyinkrysset |
So stiegen wir erst sanft, dann steiler an und über x-Rinnsale und Bächen entlang. Es begegnete uns eine sehr zutrauliche Schafsherde, etwa 100 m höher am Hang dräuten Schneebretter. Der Hang wurde steiler - schließlich waren wir am Rand des Slotafjells angekommen, das von vielen Schneefeldern und fast noch gefrorenen Seen übersät war.
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Wir suchten uns einen Weg durch das letzte noch vor uns liegende Tal über Klippenrücken, Schneefelder und Bächen entlang. Auch wenn ich mich wiederhole- der Anblick war arktisch-.
Im Hintergrund lagen die 2000er des Zentraljotunheimen mit Ihren zahlreichen Gletschern. Am Ziel -dem Torshammeren- 1440m hoch- hatten wir den kompletten Panoramablick über den Tyin-See, Bygdin-See, Jotunheimen.
Der Abstieg führte uns über noch mehr Schneefelder-ich rodelte teils auf einer Tüte hinunter. Eine schöne erste Wanderung bei herrlichem Wetter war das! |
Kurz vor dem Torshammeren: alpin-arktische Landschaft
am 05.07... |
06.07.2005 Erst Ruhe, dann Wandertag Utsikten |
Morgens war es regnerisch. Wir schliefen aus, dann ging's zum Einkaufen ins 18 km entfernte Tyinkrysset. Danach gab's Mittag, dann nahmen wir unseren Ofen in Betrieb. Nachmittags wurde das Wetter besser, ich bestieg den „Utsikten“ ganz, meine Mutter einen Teil.
Abgesehen davon,dass der Hang vor so vielen Flüssen Sümpfen durchzogen war, dass er wie ein einziges Moor wirkte, war es ein sehr zügiger Aufstieg.
Nur die letzten 100 Höhenmeter hatten es in sich.Nur die letzten 100 Höhenmeter hatten es in sich. |
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| Aussicht vom Torshammeren auf den Bygdin-See und (an der Straßenkurve) unsere Ferienhausdorf |
Erst querte ich ein 45´ schräges, verharschtes Schneefeld, dann kraxelte ich in 20 Minuten einen 20 m langen Klippensteilhang entlang und danach in Serpentinen noch 40 Höhenmeter hinauf. Die Aussicht war sehr schön. Der Blick fiel auf den Jotunheimen, im Westen den Tyin im NO den Bygdin sowie einige immer noch mit Eis und Schnee bedeckte, weiß-bläulich schimmernde Bergseen. Der Rückweg führte mich-teils auf einer Plastiktüte -wieder über Schneefelder hinab, wo ich später noch eine Stunde an einen Bach „baute“.
7.7.2005 Wandertag 3 -Skolten-
Nach einem ausgiebigen Frühstück ruhten wir aus und gegen 13:00 Uhr ging es den strahlender Sonne los gen Skolten, einem 1516m hohen, 400m über dem Seeufer gelegenen Berg. Erst folgten wir 3 km der Landstraße. Sengende Sonne, kein Windzug...
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Dann ging es gen Berg. Zunächst an einem Moor entlang, dann langsam ansteigend an einem Bergbach entlang.Unten wucherten noch Wachholder und Weiden. Ab 1300 m dominierten Heide und Krähenbeeren.
Nach den ersten 200 Metern Anstieg wurden dann auch die Mücken weniger. Kurz vor dem Gipfel durchquerten wir ein Blockmeer.Der Anstieg war steil und glitschig aufgrund des Mooses auf den Steinen, der Blick wurde aber mit jedem Meter majestätischer und schweifte über schier endlose Geröllfelder, durchzogen von Bächen. Es sah hier fast aus wie die Hügel, welche der Marsrover Spirit zur Zeit durchquert.
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| Natur pur...Wildbach am Skolten... |
Aber auch das Bergpanorama auf dem Skolten war beeindruckend und wurde abgerundet durch ein Himmels Bild mit Gewitter-und Schauerwolken, aus denen wir sogar Blitze sahen, Gott sei dank blieben wir aber nahezu vollständig verschont.
Auch der Tagesgang der Bewölkung war interessant: Wir sahen Wolken entstehen, sich auftürmen und wieder zum Cirrus zerfasern. Der Rückweg dauerte statt drei-etwa eineinhalb Stunden. Nach 1 km Landstraße nahm uns unser Wirt Ole mit.
Zuhause bereiteten wir uns zur Abrundung eines schönen Wandertages ein leckeres Bauernfrühstück. |
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| Aussicht vom Skolten (1516m) auf Tyin-See und Zentraljotunheimen |
8.7.2005 Bygdinfahrt
Zunächst gegen wir zu Fuß nach Eidsbugarden, einer Ferienhaussiedlung am Bygdin, dem Startpunkt unserer Schifffahrt mit der MS „Bitihorn“, einen 19 m langen, 1912 erbauten, 100 Passagiere fassenden Schiff. Die Fahrt führte und entlang an bis zu 2119m hohen Bergen, von deren Hängen mehr oder weniger imposante Wasserfälle strömten, die von den zahlreichen Schneefeldern gespeist wurden. Die Berge unterscheiden sich dabei zwei Arten:
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Rundliche, von den Gletschern abgeschliffene und spitze, sog. „Tinden“ von den Gletschern verschonte Gipfel. Die Seeufer selbst waren steinig und steil weiter oben von Matten bewachsen, die gesamte Gegend ist baumfrei.
Der Ausstieg an einem Zwischenanleger erfolgte übrigens über eine Leiter. Alle mussten darüber Erwachsene, Kinder und, was abenteuerlich war, auch Hunde. Richtung Bygdin, unserem Ziel am Ostufer dieses fjordähnlichen Sees, wurden die Werke flacher, hier liegt die Grenze des Jotunheimen.
Insgesamt erinnerte mich die Fahrt ziemlich an unsere Sogne-/Naeröyfjordfahrt 2001. |
| Unser Schiff & die imposante Bergwelt am Bygdin |
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9.7.2005 Reisetag Tyinkrysset-Trondheim
Nun war der Zeitpunkt des Abschieds gekommen. Wir verabschiedeten uns herzlich von unser Gastwirtin Marie, oder fuhr uns bis zum Bus nach Tyinkrysset. Auf der Fahrt erfuhren wir u.a. dass der See noch bis vor zwei Wochen gefroren war, im Maximum bis zu 1,40m dick, das heisst mit Autos etc. befahrbar. Nun tanzten die Mücken über den Schneefeldern, Blumen blühten neben Eisresten-die im Frühjahr gibt es hier nicht, nur Winter-Sommer-Herbst.
Der erste Fahrtabschnitt von Tyinkrysset nach Fagerness, wo wir in einem Gartenlokal vorzüglich Pizza aßen, entsprach der Hinfahrt. Nach eineinhalb Stunden ging es weiter nach Gjendesheim. Wir fuhren wieder hinauf aufs Fjell und konnten Jotunheimen und seine Ausläufer nun von Osten betrachten. Wir fuhren über Beitostölen, ein riesiges, dicht erschlossenes Ferienhausgebiet mit Skiliften, von denen einer nun als Kartbahn genutzt wurde. Danach passiert wird Bygdin. Über diesen Ort hätte die ganze Fahrt sehr viel kürzer gehen können wenn ich 20 Minuten bevor das Schiff an kamen der Bus derselben Gesellschaft gefahren wäre so viel zu Abstimmung der Fahrpläne hier in Norwegen, zumal dies weiß Gott nicht das erste Mal war.
Nach Bygdin ging es nocheinmal auf 1390m Höhe und ein baumloses Fjell. Angesichts der Straßenverhältnisse gebührt der Fahrleistung der Busfahrer, die übrigens immer freundlich und hilfsbereit waren, alle Achtung!
Die weitere Fahrt nach Gjendesheim ging durch Wäldchen mit Krüppelkiefern und Birken entlang von reißenden und glasklaren Wildströmen. Schließlich fuhren wir nach Otta, wo wir unser Gepäck verstauten und uns für die Wartezeit, diesmal nur zwei Stunden und bei schönem Wetter-Heureka!- ein ruhiges Plätzchen suchten.
Dann aber-Otta halt- der Donnerschlag: Wir waren zurück am Bahnhof-und der war verschlossen!
Und das trotz Zugbetriebs und hellerlichtem Tage! Gott sei dank erwischten wir gerade noch die Dame vom Touristbüro. Glück gehabt! Die Zugfahrt war ruhig und führte uns über das Dovrefjell und danach durch schroffe Täler nach Trondheim.
10.7.2005 Reisetag Trondheim-Svolvaer
Eine Beschreibung des Aufenthalts in Trondheim ist überflüssig. Die Stadt sieht ganz nett aus die Jugendherberge war aber leider ziemlich lärmig. Am nächsten Morgen fuhren wir zum Flughafen und nach kurzem Aufenthalt flogen wir mit der SAS durch die Wolken ins verregnete wie trostlose Bodö. Es folgte ein Fußmarsch da der Bus am Flughafen trotz regen Flugbetriebs am Sonntag leider nicht fuhr. Dann gingen wir an Bord der MS Richard With, unserem Hurtigrutenschiff.

Diesmal kein Berg/Sonnen- oder Schneemann-Foto vom Autor...super Wetter im bildhübschen Bodo;-)
Es folgte ein Fußmarsch da der Bus am Flughafen trotz regen Flugbetriebs am Sonntag leider nicht fuhr. Dann gingen wir an Bord der MS Richard With, unserem Hurtigrutenschiff. Unser Gepäck musste irgendwo Flur abgeladen werden... Na ja... Danach aßen wir ausgezeichnet im „ Polar-Restaurant“.
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Das Schiff stach bei Regen/Dunst In See. Fast alles war wie 2001 auch, ebenfalls in der Hinsicht das nach 2 Stunden die Wolken aufrissen, die Sicht besser wurde und die Lofoten in all ihrer Schönheit vor uns auftauchten. Nun wurde alles schön. Wir genossen die Aussicht, sonnten uns im Liegestuhl und ich fotografierte.
Ein Teil der Berge war in Wolken, es war noch etwas Schnee zu sehen, dies alles in einem tiefen, goldgelben Sonnenlicht.
Kurz vor Svolvaer kann uns das „Südschiff“ entgegen. Nordlandfahrerfeeling pur wie 2001! Nach 6h Seefahrt liefen wir schließlich in Svolvaer ein. |
| Blick auf den Vagakullen (942m) bei Henningsvaer |
Das Schiff stach bei Regen/Dunst In See. Fast alles war wie 2001 auch, ebenfalls in der Hinsicht das nach 2 Stunden die Wolken aufrissen, die Sicht besser wurde und die Lofoten in all ihrer Schönheit vor uns auftauchten. Nun wurde alles schön. Wir genossen die Aussicht, sondern uns im Liegestuhl und ich fotografierte.
Ein Teil der Berge war in Wolken, es war noch etwas Schnee zu sehen, dies alles in einem tiefen, goldgelben Sonnenlicht.Kurz vor Svolvaer kann uns das „Südschiff“ entgegen. Nordlandfahrerfeeling pur wie 2001!Nach 6h Seefahrt liefern wir schließlich in Svolvaer ein. Das Fazit der Überfahrt ist gut: die Schiffe sind zwar für meinen Geschmack etwas langweilig, aber komfortabel und deutlich aufgewertet.
Die Buffets waren sehr gut und die Fahrtroute gehört für mich zu den schönsten der Welt.
Am Hafen holte uns unsere Gastgeberin Annegerd ab. Wir unterhielten angelegt über dies und das und ab 12:00 Uhr gab es verdiente „Mütze Schlaf“. |
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| Entgegenkommer bei Kabelvag...3x getutet...einer der schönsten Momente auf den Hurtigruten.... |
11.7.2005 Ankommen in Svolvaer
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Erstmal ausschlafen. Frühstücken. Weiter schlafen. Um 13:00 Uhr gingen wir in den Ort der sich übrigens am Hafen um eine Zeile neuer, maritim gestalteter Häuser verschönert hatte(Siehe rechtes Bild).
Dort aßen wir auch sehr gut Nudeln in Zwiebel-Tomatensauce mit Miesmuscheln.
Nach einem schönen Rundgang durch den Ort der allerdings auch seine Ecken hat deren genauer Anblick besser zu vermeiden ist, legten wir uns wieder hin.
Im Anschluss erfuhr ich via Internet vom 4:1 Sieg des HSV gg. Probeda Prilep im UI-Cup (deren Google-Rate ich mit dieser Bemerkung deutlich steigern konnte:).Das war gut für unsere Laune.
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| Svolvaers Hafenmeile (Quelle: Wikipedia) |
12.7.2005 Regentag
Außer dem geruhsamen Tagesverlauf und einem delikaten Walsteak am Mittag in sehr gemütlichen Restaurant Anker-Brygge am Hafen Svolvaers ist eigentlich nicht erwähnenswert.
13.7.2005 Inselrundfahrt I
Um 9:30 Uhr wurde uns das durch unsere Vermieterin vermittelte Auto bei uns abgestellt, der Autovermieter kassierte das Geld und entschwand wortlos. Um 12:00 Uhr ging's dann gen Fiskeböl los, unserem Anlandeort nach der Horrornacht 2001. Leider regnete es, aber selbst bei diesem Wetter waren die schneebedeckten Zinnen des „Lofotendachs“ eindrucksvoll. Dazwischen liegen unzählige Seen mit Mohren und Sümpfen von den Bergen rauschten die Wasserfälle hinab, man hatte das Gefühl, das Wasser käme von allen Seiten.
Ab Fiskeböl befuhren wir die neue Festlandsverbindungsstraße, die für norwegische Verhältnisse sehr gut ausgebaut war und auf 15 km zwei Tunnel (1,9 plus 3,3 km) sowie die architektonisch schöne Raftsundbrücke umfasste.
Von dieser aus fuhren wir am engen Raftsund, der mit 7 Kn Stromgeschwindigkeit an flachen Stellen schon fast reißend wirkte, entlang. Unser Ziel war Digermulen, das Wetter wurde zwar besser, aber nicht gut genug für die Besteigung des Kaiservarden war.
Das Schauspiel der Schauerfronten und der zeitweise durchbrechenden Sonne war dennoch ein Genuss. Zurück ging es bis Fiskeböl auf identischer Route. |
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| Aussicht von Raftsundbrücke in den Raftsund Richtung Süd |
Dann schlugen wir noch einen Schlenker über den Nordrand der Insel, erst am Norfjord entlang, hier dehnen sich vor dem Gebirgshang große flache Moore aus, die Küste ist flach, teils felsig, teils aber auch mit feinem, flachen Sandstrand. Am Grunnförfjord gesellten sich dann noch richtige Dünen hinzu. Hier gewann ich den Eindruck, dass die Lofoten, obwohl soweit nördlich gelegen, sehr viele Vegetations-/Landschaftstypen Skandinaviens vereinen.
Weiter ging es zu dem Fuß des Berges Matmora ich die ersten 30m eines möglichen Aufstiegs testete. Dabei sollte es-Wetter sei dank-auch bleiben. Kurz darauf sah ich zum ersten Mal in freier Wildbahn einen Steinadler, von denen es hier so viele geben soll. Von hier aus fuhren wir nach Svolvaer. Hier regnete es auch wieder.
14.7.2005 Inselrundfahrt II, Henningsvaer+Glamtinden
Im Regen ging's per Auto los wir fuhren über Kabelvag und besichtigten die Lofotenkathedrale, eine recht ansehnliche Holzkirche und die größte der Lofoten. Ab den schroffen Küstenbergen bei Henningsvaer ließ der Regen nach, die Wolken lieferten aber beim Stau und überströmen der Berge zauberhafte Impressionen.
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Es wirbelte und strömte in einem Dampfkessel, es bildeten sich Föhnfische und dazwischen schien die Sonne zwischenzeitlich auf das silberne Meer.Henningsvaer selbst ist durch zwei abenteuerlich schmale Brücken mit dem Festland verbunden, recht verwunschen, teils romantisch, teils aber auch ziemlich touristisch.
Das Besondere ist die Lage in dem Schärenarchipel. Auf dem Rückweg bestiegen wir den Glamtinden, 409m hoch, und über die Westflanke halbwegs trocken begehbar. Dieser Berg ist zum „Einlaufen“ aufgrund des bis zum Gipfel durchgehenden Pfades sehr gut geeignet. Zunächst war der Anblick auf das teils von Wolkenfetzen eingehüllte schwarz-graue Gestein richtig mystisch,mit jedem Schritt Berg an wurde die Aussicht Richtungs Westen und den Schärengürtel von Kabelvag besser. |
| Wolkenfetzen ziehen gegen die Berge bei Hennings-vaer und stauen sich. Wolkenuntergrenze: 100m |
Dann klarte es auf, das Meer war teils sonnenbeschienen. Nach einem steilen Anstieg folgte ein kurzer Grat, diese Höhenangstprüfung meistere aber selbst ich;-).
Kurz vor dem Gipfel ging ich noch über ein Sandfeld. Hier war zu beobachten, wie der Granit zu Sand verwitterte und zwar allen Stadien, man konnte also fast “live“ die Entstehung von Sand beobachten. Oben auf dem Gipfel angelangt, bot sich eine sehr schöne Aussicht auf besagten Schärengürtel, die anschließenden Kamm, wobei der Hauptberg, der Vagakullen, noch in Wolken lag.
Endlich bin ich gewandert, bitte mehr davon!!! |
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| Glamtindenmassiv vom Parkplatz aus fotografiert |
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| Aussicht vom Glamtinden auf den Rörviken und die Straße nach Henningsvaer |
Grat des Glamtinden Richtung ONO,
Links das Hosenbein des Autors |
15.7.2005 Pleiten, Pech und Pannen
Der Tag begann aufgrund des Wetters -es regnete mal wieder “völlig überraschend”- geruhsam. Das Wetter war uns bislang alles andere als wohl gesonnen. Erst eine Bergtour an sechs Tagen war etwas wenig oder sonst in bieten die Lofoten bei Schlechtwetter eher wenig. Um 14:00 Uhr sollte es dann losgehen, wir wollten den Wagen tauschen, da die Handbremse
defekt war und Parken auf Gefälle/anfahren unmöglich bzw. schwierig waren. An an der Tankstelle (wir merkten dass der Tankschlüssel fehlte) ruckelte das Auto, 200m weiter blieben wir liegen, der Tankwart rief den Autovermieter an, der trotz 5min Wegstrecke selbst nach einer 3/4h nicht kam.
Wir gingen erst mal (zum dritten Mal) in das gemütliche Lokal Anker-Brygge essen, was wieder sehr gut war. Da wir nicht Schrottkarre eins durch Schrottkarre zwei austauschen wollten, forderten wir via Wohnungsvermieterin unser Geld für zwei Tage zurück, wenigstens ein kleiner Trost. Der Tag jedoch-wir wollten nach Westvagöy fahren- war im Eimer. Drei Stunden Strand brachten dann wenigstens noch etwas frische Luft zu schlafen...
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Aussicht vom Glamtinden auf den Rörviken und die
Straße nach Henningsvaer |
Aus diesem Fehler haben wir gelernt: Wir leihen uns keine Autos mehr von privat/halb privat und schon gar nicht mehr bei dem Verleih „Kabelvag, Auto-A/S“, einer „Viking-Werkstatt“. Des Service dort war miserabel, die Autos waren derzeit in lebensgefährlichen Zustand. Lieber etwas mehr Geld ausgeben und bei einem renommierten Verleiher leihen und damit auf der sicheren Seite sein!
16.7.2005 Bergwanderung + Vestvagöy
Wir liehen uns bei AVIS ein zwar teureres aber ungleich schöneres unsicheres Auto. Mittags starteten wir gen Vestvagöy, der
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westichen Nachbarinsel von Austvagöy. Auf dem Weg dahin fuhren wir an flachen Fjorden entlang, die angrenzenden Wiesen dufteten so intensiv, wie ich es selten zuvor erlebt hatte... Dann bestieg ich bei der Siedlung Valberg den 507m hohen Hestlitinden.Ich startete quasi auf Meereshöhe. Zunächst ging ich über eine Schaafsweide mit hohem Gras, dann über Felsen, dass alles harmlos war, Vergleich dem was nun kam:
Ein Farnmeer , durchsetzt mit x- Stolper- steinen voll mit Fliegen und blutsaugenden Mücken, dieser 250 Hm lange Abschnitt verdient die Bezeichnung „grüne Hölle“. Als sie vorbei war, ging es über Heidekraut und Gras bei 50° Steigung... Und der Berg war so harmlos aus... Nach zwei Stunden war ich oben und wurde, wie die folgenden Bilder zeigen, mit grandioser Aussicht entschädigt.
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| 2/3 des Aufstiegs und eine “grüne Hölle” liegen hinter mir... |
Da ich auf dem „Dach der Lofoten“ war, konnte ich fast alle Gipfel der Insel, viele davon schneebedeckt, übersehen. Unter mir lag der flache Fjord mit großen Wattflächen und unzähligen Schären, weiter im W der Vagakullen, der Glamtind (Wanderung am 14.07.) sowie der Schärenarchipel von Henningsvaer.
Der Berg selbst war Teil einer Bergkette, im Süden schloss sich ein Felsgrat an, im Norden eine Art „Alm“. Der Abstieg war etwas leichter als der Aufstieg, aber war ich aber doch etwas stolz, es geschafft zu haben dieser Anstieg entsprach etwa 1200 Höhenmetern Auf normalen Wegen. Nach einer kurzen Ruhepause fuhren wir weiter nach Leknes, davor fuhren wir über die Hagheia, eine mit Gras und Apfelbäumen bestandene Hochfläche, mit großen Waldflächen an ihren Hängen,was auf den Lofoten auch eher ungewöhnlich ist. |
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| Ausblick vom Hestlitinden auf das Zentralmassiv der Insel Vestvagöy |
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Außerdem erreichte die Straße hier mit 131 m den höchsten Punkt auf den Lofoten, die meisten verlaufen auf 0 bis 50 m die Berge herum. Die Gegend insgesamt war dort schon fast lieblich, sanfte Hänge, Kartoffelfelder, Heuwiesen-fast wie ein Stück Dänemark auf den Lofoten.
Dann ging es zum Hauklandstrand, einen 2 km langen, durch eine Felsnase geteilten, schneeweißen breiten flachen Sandstrand wie man ihn überall, nur nicht hier erwartete.
Es strahlte die Sonne, es war so idyllisch, dass es schon fast unwirklich erschien. Es badeten sogar Leute in kristallklaren Wasser. Wir grillten dort zwei Stunden, dann fuhren wir zurück über die E 10 , nach ca. 15 km an einen Rastplatz Pause machten, allerdings kurz
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| Blick Richtung Meer und Süden über den Grat des Hestlitinen hinweg |
darauf kamen 6(!) Reisebusse mit Touristen an. Es ist aber auch immer wieder belustigend, die Touris zu beobachten, wenn sie mal für einen Moment aus ihren Bussen „entlassen“ werden, knipsen und denken viel von Land und Leuten entdeckt zu haben::)).
Wir kamen um 22:00 Uhr „zuhause“ an, wo ich via Internet vom 1:0 Auswärtssieg des HSV beim portugiesischen Club Uninao Leiria erfuhr. Ein schöner und erlebnisreicher Tag mit sportlichem Sahnehäubchen. Super!
Aber noch war der Tag nicht zu Ende: Kurz vor Mitternacht brachen wir nach Gimsöya, einer Nachbarinsel Austvagöys auf, um die Mittsommernachtsonne zu sehen. |
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| Nein, nicht Südfrankreich, auch nicht Irland...der Hauklandstrand auf der Lofoteninsel Vestvagöy |
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Und tatsächlich: als wir freien Blick in Richtung Norden hatten, die Sonne ganz flach über dem Horizont. Es lag eine ganz eigenartige, schöne, friedliche Stimmung über den Fjorden. Langsam die Sonne wieder höher. Die Berge wurden sanft rötlich angestrahlt und es war hell. Hell um 1:00 Uhr!Erst fanden wir den Einstieg zum Aufstieg nicht, dann ließen wir es bei einem Drittel der Strecke und einer Rast auf einer Felsenklippe. Grund: ich war noch k.O. vor der gestrigen Wanderung.
Dann also das vierte Mal Mittagessen in der Anker-Brücke. Der Grund war die sehr gute Küche. Am späten Nachmittag fuhren wir dann nocheinmal über Fiskeböl zum Raftsund. Wir wollten das schöne Wetter für Bilder vom Sund, den Bergen sowie dem Trollfjord zu nutzen, was uns auch, die folgenden Bilder zeigen es, gelang. |
| 00.00h, Mittsommernachtssonne auf Gimsöya |
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| Svartsundtindan, 1050 hoch,vorne der Raftsund |
Langstadtindan, 934m, oben z.T. vergletschert |
18.7.2005 Reisetag Svolvaer-Oslo
Nach einem kleinen Frühstück sowie Einkauf für ein zweites Frühstück fuhren wird's zum Flugplatz Svolvaer-Helle. Nach Einchecken und kurzer Wartezeit flogen wir mit einer gut ausgebuchten Propellermaschine los (Flugzeuge sind in Norwegen Verkehrsmittel Nr.1 im überregionalen Verkehr).
Wir schauten zurück auf die Inselkette der Lofoten, ein Berg reichte sich, durchbrochen von ez. Fjorden an den anderen. Auf der anderen Seite lagen die hohen Festlandsinseln.
Der Flug dauerte 25 Minuten, dann landeten wir im (erstmals!) sonnigen Bodö. Das Umsteigen klappte reibungslos und schon waren wir wieder in der Luft, überflogen den Svartisen-Gletscher, eine riesige Eisfläche, deren schroffe Ausläufer tief in die Täler verliefen.
Es folgten zahllose noch mit Schnee bedeckte Gipfel, bis die Route über das flachere Südostnorwegen verlief. Das Wetter war übrigens durchweg gut, nur lockere Cumulus-Bewölkung lag unter uns, am Horizont zogen Cumulonimben. Nach 1.20h landeten wir in Oslo-Gardermoen. Oslos, wie wir fanden, sehr schönen und gut ausgestatteten neuen Flughafen. |
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| Einblick in den legendären Trollfjord, die rechte Steilwand ist 400m tief, die umliegenden Berge etwa 830m hoch und in Teilen vergletschert. |
Von dort aus ging es per Flyvetog direkt die Osloer Innenstadt, wo sich nahe des Nationaltheaters und an der belebten Karl Johans Gata unser Hotel „Karl Johann“ befindet. Unser Zimmer dort war gut eingerichtet.Wir gingen zunächst in das übrigens sehr empfehlenswerte Restaurant „Egon“, dann .zum königl. Schloss, danach zur Aker Brygge, einem Viertel aus ehem. Lagerhäusern, umgestaltet zu Kneipen, Restaurants, Einkaufszentrum und Büros, von da aus zum Kastell Akershus.
An der Promenade war es noch halbwegs munteres Treiben, in der Stadt jedoch waren auch die Lokale fast wie ausgestorben. Man muss es in aller Klarheit sagen, Norwegen ist tendenziell kein Land für Abend/Nachtschwärmer. Dann ging es zurück ins Hotel. Die ersten Nachthälfte war grauenhaft, während in ganz Oslo die Bürgersteige hoch geklappt waren, spielte unter uns bis 3h laute live-Musik. Eigentlich schön, aber wenn man schlafen will...Volltreffer ;-).
20.7.2005 Reisetag Oslo Hamburg II
Nach Frühstück fuhren wir in die geliebte Kieler Förde ein. Dann ging es schnell von Bord und nach einer Stunde Zugfahrt hieß es Hamburg ahoi! Ein schöner und unterm Strich erholsamer Urlaub ging zu Ende.
Kommentar
Meine 3. Norwegenreise, davon die 2. große, hat meine Eindrücke über dieses Land vertieft. Es ist zunächst einmal ein landschaftlich wunderschönes Land. Erstaunlich ist dabei die Kraft des Golfstroms. Noch nördlich des Polarkreises gibt es auf den Lofoten Landstriche, die man glatt mit Landschaften in Mitteldänemark verwechseln könnte. Im Gebirge selbst ist es jedoch eher rau, aber auch gerade diese Landschaft hat mit Ihrer Weite eine bestechende Schönheit.
Dann ist das Land aber auch widersprüchlich: Die Menschen sind beispielsweise äusserst hilfsbereit. Auf der anderen Seite aber auch ein Stück unnahbar und die Stimmung z.B. Abends, selbst im warmen Sommer, lässt am mitteleurop. Maßstab gemessen, klar zu wünschen übrig.
Dann ist Norwegen als das Land mit hohen Sicherheitsmaßstäben bekannt. Fähren sind auf höchstem Standard, wie überhaupt der gesamte Wasserverkehr das Sahnestück Norwegens ist, andererseits können Schrottkisten von Autos unterwegs sein, die hier schon 3 Jahre auf dem Schrottplatz liegen müssten und das Straßennetz genügt in puncto Ausbauzustand erst in Teilen mitteleurop. Maßstäben.
Warum werden dort, Platz ist „endlos“ vorhanden, selbst Europastraßen teilweise nur 5m breit gebaut??? Das ist gefährlich! Von Autoreisen im großen Stil rate ich ab! Der einzige positive Aspekt daran ist der Disziplinierungseffekt, der tatsächlich auch recht gut greift. Die Eisenbahn ist da auch nur 2. Wahl, wobei die Ausstattung großzügiger als bei uns ist. Am ehesten empfehle ich einen Mix aus Bussen und Fluglinien (Fliegen ist hier recht preiswert!), wobei die Abstimmung der Busfahrpläne oft miserabel ist. 10Min bevor ein Bus ankommt, fährt die Anschlusslinie manchmal weg und der nächste Bus fährt erst nach 2,3,4 Stunden...
Die Küche in Norwegen ist auch widersprüchlich. Die originär einheimische Küche ist eher trist, sobald man aber mehr oder weniger international isst, bekommt man in aller Regel Hervorragendes, frisch und kreativ zubereitet, serviert. Wo immer es Buffets gibt, sind Vor-und Nachspeisen absoluter Trumpf! In Restaurants geht man, anders als hier, direkt zum Tresen und bestellt und bezahlt. Dies war zunächst gewöhnungsbedürftig, erspart einem aber auch oft die Trinkgeldarien Deutscher Kellner. Ein Pluspunkt also.
Was die in Skandinavien sehr gelobte Hygiene im öffentlichen/sanitären Raum anbelangt, ist Norwegen tendenziell Schlusslicht. Zu oft machen Ortschaften einen eher unaufgeräumten, kraßeligen Eindruck, zu viel liegt in der Landsschaft einfach herum, viele Toiletten sind einfach ekelhaft. In vielen Ferienhäusern sind Plumpsklos leider Standard.
Man sieht also, Genie und Wahnsinn geben sich hier oft die Hand. Wenn man es aber reiseorganisatorisch richtig angeht, so kann/wird man hier bezogen auf Urlaubsländer die Liebe fürs Leben finden!
Simon Bruckner, den 30.07.2005
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