Wahlanalyse der Europawahl 2009 im Bezirk Altona
Trotz erheblicher Stimmenverschiebungen bleiben die politischen Lager fast identisch groß. Die FDP profitiert von den Verlusten der CDU und die SPD sowie die "Linke" zumindest im Kerngebiet von den Verlusten der GAL. Die CDU verliert nicht nur unverändert in Ihren Diasporagebieten im Kerngebiet an Rückhalt und muss auch in Ihren Hochburgen empfindliche Einbußen hinnehmen. Hierbei wird - fast auf das zehntelprozent genau der Austausch von der CDU zur FDP sichtbar. Hier dürfte das Thema der Ablehnung der Schulreform in elitär orientierten Kreisen eine Rolle gespielt haben. Lediglich in den SPD-Hochburgen und Gebieten mit höherwertiger Bebauung hat die CDU nur leichte bis mäßige Verluste. Die SPD hat, wenn auch nur leicht in Ihren Hochburgen und Diasporagebieten eingebüsst, ist allerdings wieder im Stadtteil Lurup wieder stärkste Partei mit 35,4%. In den SPD-Hochburgen lag die Beteiligung sehr niedrig. Dies passt, wie auch bei der CDU in das Bild der schrumpfenden Volksparteien. Lediglich in den urbanen Kerngebietstadtteilen profitierte die SPD augenscheinlich von den Verlusten der GAL. Historisch ist schon fast, dass keine der SPD-Hochburglokale im Kerngebiet mehr liegen. Noch Anfang der 90er-Jahre war dies in Altona-Nord/Altstadt öfters der Fall. Hier hat nun die GAL entsprechende Ergebnisse. Bei der GAL setzen sich die Trends der Bürgerschaftswahl fort. Vergleichsweise gute und dazu stabile Ergebnisse in den bürgerlichen Stadtteile, deutliche Verluste, wenn auch auf hohem Niveau im Kerngebiet und eher niedrige Ergebnisse in Stadtteilen wie Lurup, aber von Ausnahmen abgesehen deutlich über 5%. Die GAL hat sich numher zu einer durch-und-durch etablierten Kraft entwickelt. Die FDP ist DER Gewinner der Wahl und hat überall signifikant zugelegt bis auf in einigen Diasporawahlbezirken im linksalternativen Milieu. Ein Hinweis darauf, dass es sich dabei in Ihren Hochburgen auch um Proteststimmen handelt liefert der Fakt, dass die FDP nun in den CDU-Hochburgen stärker als in den eigenen ist. Die Linke konnte in Altona besonders gut abschneiden. Dies liegt daran, dass sie nicht nur im Kerngebiet Stimmen von „linksgewandten“ GAL-Wählern sammeln konnte, sondern zugleich das Protestpotential, dass früher von Rechten bzw. „Schill“ angesprochen wurde nun in den SPD-Hochburgen wie Lurup und Osdorfer Born für sich gewinnen konnte. Bei den „Sonstigen Parteien“ sind erwähnenswert die Piraten mit 1,3% diese sind im Kerngebiet stark, 2,1% in Ottensen bis 3,5% in Altona-Nord. Die Tierschutzpartei erreicht 0,6% genau wie die Freien Wähler“sowie die ÖDP 0,5%. Rechte Parteien mit 0,5% (2004=0,6%) wurden noch bedeutungsloser. Exkurs: Das Kerngebiet und die bürgerlichen Parteien In den Alternativ-urbanen Kerngebietstadtteilen teilen sich die Trends bei den bürgerlichen Parteien. Auf der einen Seite etwa ein Drittel der Wahllokale, in denen die CDU auf niedrigstem Niveau weiter verliert, die FDP trotz deutlicher Gesamtgewinne kaum Stimmen hinzugewinnen kann und die Linke aufgrund der Verluste der GAL sehr stark (15 bis 20%) wird, anderseits ein Viertel der Wahlbezirke in den die CDU nur leicht verliert, sogar zulegen kann und dies bei deutlichen Gewinnen der FDP. In beiden Gebieten legt die SPD leicht zu, allerdings eher in Ihren Kellerwahlbezirken. Eine Rückkehr zu „alter“ Stärke ist hier kaum erkennbar, während die CDU sich nur teilweise konsolidiert bzw. weiter erodiert. Entwicklung der Parteien in ihren Hochburgen Die Untersuchungsgrundlage sind die jeweils 10 besten Wahllokale der Parteien bei der Vorwahl 2004 im Bezirk Altona. Hochburgen der CDU = 2004 über 56.0%
*= Die Linke ist für 2004 nicht gesondert ausgewiesen sondern Teil der „Sonstigen“
Die Zahl der Wahlbezirke hat sich den Neuschnitt wie durch den neuen Stadtteil „Sternschanze“ von 162 auf 182 erhöht.
CDU
GAL
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