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Bundestagswahl 2002 in Blankenese

 

Ergebnisvergleich 2002 und 1998 (nur Urnenwahl)

Stimme

SPD

CDU

GAL

FDP

Schill

Sonstige

Erstst. ´02

1916/34,3%

2801/50,2%

449/8,0%

361/6,5%

-

57/1,0%

Erstst. ´98

1861/32,2%

3303/57,1%

364/6,3%

184/3,2%

-

74/1,6%

 

 

 

 

 

 

 

Zweitst´02

1342/23,8%

2434/43,1%

1040/18,4%

665/11,9%

85/1,5%

169/1,2%

Zweitst´98

1565/27,1%

2528/43,7%

853/11,0%

847/14,6%

-

204/3,5%

 

2.Gesamtanalyse

Bei einer konstanten sehr hohen Wahlbeteiligung von 90,6% haben sich deutliche Änderungen im Wahlverhalten ergeben. Grosser Gewinner mit +7,4 Pp ist die GAL. Sie gewinnt offenbar von SPD, Sonstigen (PDS!)und im “linksliberalen” Lager wohl auch von der FDP hinzu. Die FDP wiederum verliert hier gegen den Trend eindeutig an Stimmen und liegt sogar um 3,1Pp unter ihrem Bürgerschaftswahlresultat. Die CDU kann ihr Zweitstimmenergebnis weitestgehend halten. Sie profitiert wohl auch von der FDP-Schwäche. Die Schill-Partei bleibt fast bedeutungslos. Wäre die Schill-Partei nicht angetreten, hätte die CDU wohl einen leichten Zuwachs erzielt. Erstmals seit 1994 erreicht die CDU wieder in 2 Wahllokalen über 50% der Zweitstimmen.

Sehr auffällig ist wiederum das Stimmensplitting zwischen Erst-und Zweitstimme. Dies zeigt sich besonders stark bei der GAL, deren Kandidatin nur wenig hinzugewinnen kann, während der SPD-Kandidat Olaf Scholz, gegen den Trend, Erststimmen hinzugewinnt. Hier zeigt sich auch ein klarer Hinzugewinn von Rot-Grün. Der CDU-Kandidat Marcus Weinberg hingegen verliert deutlich an Erststimmen. Hier spielt sicher auch der FDP-Kandidat eine Rolle, der seinen Anteil auf 6,5% verdoppeln konnte. Die Schill-Partei ist ohne Direktkandidaten angetreten. Ein Blick auf die Briefwahl, zeigt, dass die Grünen erheblich weniger Brief- als Urnenwahlstimmen erhalten haben. Dies könnte auf einen starken Popularitätsanstieg kurz vor der Wahl bzw. eine gewisse Spontanität im Wahlverhalten des Rot-Grünen Lagers hinweisen.

Somit hat Schwarz-Gelb bei dieser Wahl 55,0% (1998:58,3) erreicht, Rot-Grün 42,2% (38,1). Selbst mit Schill gerechnet (dann 56,5%) hat das bürgerliche Lager in Blankenese an Stimmen verloren.

3.Abschneiden der einzelnen Parteien

CDU

Die CDU erreichte zwischen 34,6% und 52,9%. Dabei hatte sie ihren Schwerpunkt im Bereich Karstenstrasse-Goßlers Park, ein Gebiet mit relativ niedriger Bebauungsdichte und sehr hohem Sozialstatus. Sie erreicht hier zwischen 41,7 und 52,9% der Zweitstimmen. Im Ortskern bzw. Dockenhuden liegt sie zwischen 34,6% (Frahmstr.) und 40,9% (Oesterleystr.). In den übrigen Gebieten (Treppenviertel etc. liegt sie zwischen 39,8% und 45,0%. Sie liegt bei den Zweistimmen in allen 12 Wahllokalen vor der SPD (1998: 11). Sie gewinnt bei den Zweitst. in 5 Lokalen hinzu (max.:+7,0Pp, Mühlenberger Weg), verliert in 7 (max.: -4,5 Pp, Kahlkamp).

Die höchsten Gewinne der CDU korrelieren recht Eng mit den Verlusten der FDP. Bei den Erststimmen führt sie in 11 von 12 Lokalen, die räumliche Verteilung entspricht hier etwa den Verhältnissen bei den Zweitstimmen. Ihr Minimum liegt mit 40,7% in der Frahmstr, ihr Maximum mit 58,2% im Wahllokal 22304, Karstenstrasse. Ihre Verluste liegen zwischen -4,3 Pp (Frahmstr.) und -13,6Pp (Goßlers Park). Nur im Wahllokal 22003, Mühlenberger Weg, gelingt ein Zuwachs von +6,5 Pp.

SPD

Die SPD hat ihre Schwerpunkte quasi umgekehrt zur CDU, d.h. im Bereich Frahmstrasse und Teilen des Treppenviertels. Sie erreicht hier 31,3% bzw. 29,1%. Am schwächsten schneidet die SPD im Bereich Mühlenberg (18,8%), sowie Goßlers Park (20,0%) und Oesterleystr. (21,4%) ab. Sie liegt in keinem Wahllokal vor der CDU (1998:1).Sie verliert in 11 Wahllokalen Stimmenanteile (-0,9 Pp(Frahmstrasse) bis -9,7Pp (Mühlenberg). Nur im Wahllokal Karstenstrasse geling ihr ein Zuwachs um 0,2 Pp. Die SPD liegt in 2 Wahllokalen hinter der GAL (Mühlenberg,Falkensteiner Ufer). Hohe Verluste der SPD treten überall dort auf, wo die Grünen stark hinzugewinnen. Beispiel: Willhöden= SPD -5,4 Pp, GAL +9,6 Pp. Bei den Erststimmen liegt die SPD in einem Wahllokal vor der CDU (Frahmstr.). Sie erreicht hier zwischen 28.7% (Mühlenberg) und 44,0% (Frahmstrasse). In 10 von 12 Lokalen legt die SPD zu. Ihre Veränderungen liegen zwischen -7,0 Pp (Mühlenberg) und +5,6 Pp (Karstenstrasse).

GAL

Die GAL erreicht zwischen 12,0% ( 22207, Karstenstrasse) und 22,3% (Mühlenberger Weg). Die besten Ergebnisse erzielt sie dabei im Bereich Ortskern- Mühlenberg- Treppenviertel. Am niedrigsten, aber immer noch beachtlich, schneidet sie im Bereich Goßlers-Park und Karstenstrasse ab. Sie liegt in 3 Wahllokalen vor der SPD und 11 von 12 vor der FDP. Die flächendeckenden Zugewinne liegen zwischen +5,3 Pp (Karstenstr.) und +9,6 Pp (Willhöden).

FDP

Die FDP erzielt mit 11,9 ein relativ schlechtes Ergebnis. Sie liegt zwischen 7,1% (Kahlkamp) und 15,6% (Falkensteiner Ufer). In letztgenanntem Lokal erreichte sie bei der Bürgerschaftswahl noch 23,8%. Sie verliert in 11 von 12 Lokalen Stimmen (-0,8Pp, Willhöden bis zu -5,8 Pp (Karstenstr. 22304). Nur Im Wahllokal Karstenstr. 22206 gewinnt sie 0,6 Pp hinzu. Sie liegt in 11 von 12 Wahllokalen hinter der GAL. Bei den Erststimmen ergeben sich in allen Wahllokalen Zugewinne. Hier erreicht sie zwischen 3,9% (Frahmstr.) und 8,9% (Willhöden).

Schill-Partei

Sie erreicht zwischen 0,4 % (Karstenstr. 22304) und 3,3% (Oesterleystr.). Sie büßt damit massiv gegenüber der Bürgerschaftswahl ein. Ihre vergleichsweise besten Ergebnisse fallen mit den Verlusten der CDU in einzelnen Wahllokalen zusammen.

4.Tabellen

“Topps” und “Flops” der Parteien

Stimmen

SPD

CDU

GAL

FDP

Schill

PDS

 

Maximum

31,3% (36,5)

52,9% (49,2)

22,3% (14,6)

15,6%(20,3)

3,3%

1,8% (2,2)

Minimum

18,8% (21,5)

34,6% (35,2)

12,0% (7,5)

7,1% (10,9)

0,4%

0,4% (0,2)

In Klammern: Werte von 1998

Ergebnis der Briefwahl

Stimmen

SPD

CDU

GAL

FDP

Schill

Sonst.

Erst

881=26,7%

1889=57,2%

219=8,1%

267= 6,6%

-

45 = 1,4%

Zweit

701=21,2%

1689=51,1%

399=12,6%

415=12,1%

44= 1,3%

39 = 1,2%

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