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Bundestagswahl 2005 im Wahlkreis Altona

Zweitstimme Altona

Erststimme Altona

Wahlbeteiligung: 79,9% (81,4%)

Trends der Bundestagswahl 2005 in Altona

Übersicht

Die SPD bleibt vorn, verliert allerdings 2,9 Pp. Dabei gibt es keine besonderen Schwerpunkte. Zweiter Verlierer sind die Grünen, die allerdings mit 18,8% immer noch ihr Zweitbestes Ergebnis bei einer BTW in Altona einfahren. Ihre Verluste finden zum einen im Kerngebiet statt, wo sie an die Linkspartei abgeben, zum anderen in den Elbvororten, wo 2002 Rekordergebnisse erzielt wurden. In Stadtteilen wie Osdorf, Lurup, Bahrenfeld und Sülldorf gibt es kaum Verluste, dies spricht für eine noch stärkere Etablierung der Grünen auch im eher „kleinbürgerlichen“ Milieu.

Die CDU hat 0,5 Pp hinzugewonnen, dabei liegen die höchsten Gewinne in den Elbvororten (Gr. Flottbek +3,0 Pp) und im Kerngebiet Ottensen +1,9 Pp. Verluste hingegen musste die Partei in Lurup hinnehmen. Dabei ist gerade auf Wahlbezirksebene ein deutliches Gefälle bei Gewinnen/Verlusten von besser zu schlechter situierten Regionen zu beobachten. Somit wird deutlich, dass der CDU wohl gerade im Sozial- und Finanzpolitischen Bereich einige Wahlkampfaussagen geschadet haben.

Noch deutlicher hat die FDP um +2,1 Pp hinzugewonnen. Ihre Zugewinnen sind mit +1,1 Pp bis+1,8Pp im Kerngebiet am niedrigsten, in den Elbvororten mit bis zu +5,6 Pp in Blankenese am höchsten. Hier hat sich das Verhältnis Hochburgen/Schwachpunkte nach der gegenläufigen Entwicklung  in 2002 (Verluste Hochburgen, Gewinne in Schwachpunkten, Stichwort „Spaßwahlkampf“) wieder normalisiert, ohne dass es irgendwo Verluste gäbe.

Auf die Linkspartei, die auch zu den Wahlgewinnern gehört, gehe ich im unteren Absatz ein

Besonderheiten

Stimmungswandel in den Tagen vor der Wahl

Der deutliche und von den Demoskopen so nicht vorhergesagte Stimmungswechsel zeigt sich auch in der deutlichen Abweichungen von reinen Urnen- und  Gesamtwahlergebnissen. In einem gewissen Umfang ist dies üblich. Bei dieser Wahl treten sie aber viel deutlicher hervor. Bei der Briefwahl lag die CDU besser als vor 3 Jahren, die FDP etwas schlechter, die Grünen und die SPD ebenfalls minimal schwächer. Hier wird also der Stimmungswechsel in den letzten Tagen deutlich. Umso mehr von der Briefwahl Gebrauch gemacht wurde (Elbvororte), desto deutlicher wurde dies.

So wird bspw. in Othmarschen im Gesamtwahlergebnis für die CDU ein Zuwachs von +1,1 Pp gemessen, bei der reinen Urnenwahl hingegen verliert die CDU 1,5 Pp.  Somit sind die Wahlbezirksergebnisse mit etwas Vorsicht zu betrachten.
 

Stimmensplitting

Das Stimmensplitting erreichte bei dieser Wahl einen Höchststand. Die CDU hat einen Erststimmenüberhang von 5,4 Pp und die SPD von 10,7 Pp. Spiegelverkehrt hat die FDP einen Rückstand von 5,8 Pp und die Grünen von 7,5 Pp. Hier ist also ein klares taktisches Wahlverhalten innerhalb der Lager erkennbar, das in den jeweiligen Hochburgen am deutlichsten ausgeprägt ist, so beträgt der Erststimmenüberhang von Olaf Scholz in Ottensen 16,0Pp (Z: 35,5%, E: 51,5%), der von Marcus Weinberg in Blankenese 11,2Pp (Z:46,4%, E: 57,6%). In den übrigen Stadtteilen gruppieren sich die Werte bei Vorteilen für Olaf Scholz dazwischen. Details siehe Anhang!


Linkspartei

Die Linkspartei hat 2 Schwerpunkte. Zum einen  die verdichteten Stadtteile im Kerngebiet wie Ottensen und Altona, in denen sie etwa auf Augenhöhe mit der CDU liegt, zum anderen Gebiete wie Lurup und der Osdorfer Born. Die Gründe für dieses Abschneiden sind verschieden. Im Kerngebiet, wo die Grünen auch deutlich abgeben mussten, ist dies Ausdruck der strukturellen Stärke linker Milieus, während es sich in Lurup und den Großsiedlungen wohl eher um eine Protestwahl im Sinne der Ablehnung der Sozialreformen handelt.

Analyse

Wie auch bei den letzten Wahlen betrachte ich hier das Abschneiden der Parteien in ihren Altonaer Hochburgen. Diese spiegeln auch ziemlich repräsentativ die in Altona vorhandenen Milieus wieder.

Als Hochburgen definiere ich die besten 10 Wahlbezirke der Parteien. Insgesamt gibt es in Altona 147 Wahlbezirke. Alle Werte beziehen sich auf die Urnenwahl. Die bei diesen Ergebnissen nicht berücksichtigte Briefwahl fällt, insbesondere in den Elbvororten, zugunsten von CDU und FDP aus.

Hochburgen der SPD

Die besten Wahlbezirke der SPD liegen 8x in Lurup, 1x in Bahrenfeld, 1x in Osdorf sowie 1x in Iserbrook. Sie umfassen im wesenliche Gebiete mit niedrigem Sozialen Status und überwiegend Geschosswohnungsbau.

Erststimme

Jahr

SPD

CDU

GAL

FDP

PDS

Sonstige

2005

59,2%

25,7%

4,5%

3,4%

5,4%

1,8%

2002

62,3%

27,0%

4,3%

3,6%

1,6%

1,2%

Zweitstimme

Jahr

SPD

CDU

GAL

FDP

PDS

Sonstige

2005

49,6%

22,8%

10,2%

6,6%

7,2%

3,4%

2002

54,0%

23,2%

9,3%

4,4%

1,6%

7,4%

Hochburgen der CDU

Die besten Wahlbezirke der CDU liegen 3x in Othmarschen, 3x in Blankenese, 3x in Nienstedten sowie 1x in Osdorf. Sie “säumen” somit mehr oder weniger die Elbchaussee und somit ein Gebiet mit niedriger-mittlerer Einwohnerdichte und hohem Sozialstatus.

Erststimme

Jahr

SPD

CDU

GAL

FDP

PDS/L.

Sonstige

2005

26,0%

62,1%

6,4%

4,3%

1,1%

0,1%

2002

29,9%

56,2%

6,6%

6,3%

0,5%

0,5%

Zweitstimme

Jahr

SPD

CDU

GAL

FDP

PDS/L.

Sonstige

2005

17,8%

49,7%

12,7%

17,4%

1,9%

0,5%

2002

20,7%

50,6%

15,1%

11,1%

1,0%

1,1%

Hochburgen der GAL

Die Hochburgen der GAL liegen in den Kerngebietsstadtteilen Altona-Altstadt (1x), Altona-Nord (1x) und Ottensen (8x). Alle Gebiete haben mitteleren Sozialstatus und haben eine hohe Einwohnerdichte.

Erststimme

Jahr

SPD

CDU

GAL

FDP

PDS/L.

Sonstige

2005

52,8%

13,1%

23,8%

1,9%

8,4%

0,0%

2002

56,7%

11,3%

23,2%

2,4%

4,9%

1,5%

Zweitstimme

Jahr

SPD

CDU

GAL

FDP

PDS/L:

Sonstige

2005

33,7%

10,6%

36,2%

5,0%

11,9%

2,6%

2002

35,3%

9,4%

42,2%

3,4%

7,5%

2,2%

Hochburgen der FDP

Die besten Wahlbezirke der FDP liegen 3x in Othmarschen, 2x in Groß Flottbek sowie 5x in Blankenese, die Sozialstruktur ähnelt den CDU-Hochburgen, die Wahlbezirke stimmen allerdings nur in 3 Fällen überein (Bürgerschaftswahl ´04= 7).

Erststimme

Jahr

SPD

CDU

GAL

FDP

PDS

Sonstige

2005

29,0%

57,7%

7,1%

4,8%

1,3%

0,1%

2002

32,3%

51,4%

8,2%

6,9%

0,5%

0,7%

Zweitstimme

Jahr

SPD

CDU

GAL

FDP

PDS

Sonstige

2005

20,2%

44,8%

14,3%

18,4%

2,1%

0,2%

2002

22,1%

43,3%

17,9%

14,5%

0,9%

1,3%

Topps und Flopps

Wahlbeteiligung

91,9%

21806, Hochrad, Othm.

91,4%

21707, Windmühlenw., gr. Fb.

91,4%

22505, Sülld. Kirchenw., Sülld.

55,8%

21919, Glückstedter W., Lurup

55,7%

22016, Kroonhorst, Osdorf

50,5%

22015, Bornheide, Osdorf

Marcus Weinberg, CDU, Erststimmen

69,2%

22303, Oesterleystr., Blanken.

69,1%

21806, Hochrad, Othm.

65,6%

22304, Karstenstr.,Blanken.

8,1%

21001, b.d. Osterk., Ottensen

7,6%

20601, Bernstorffstr., Ottensen

7,4%

21205, Bernstorffstr., Ottensen

CDU Zweitstimmen

53,7%

21805, Kl. Flottb. W., Othm.

52,7%

21806, Hochrad, Othm.

52,5%

22304, Karstenstr., Blanken.

10,4%

21204, Holstenring, Ottensen

9,9%

21001, b.d. Osterk., Ottensen

9,5%

20601, Bernstorffstr., Ottensen

Weitere Fakten

Stärkste Partei in den Urnenwahlbezirken -Zweitstimme-

SPD

CDU

GAL

104

59

9

Stärkste Partei in den Urnenwahlbezirken -Erststimme-

SPD

CDU

GAL

115

57

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