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Reisebericht Riga 2007
16.09.2007 - Reisetag-
Nach 1h Busfahrt kamen wir am Flughafen an. Dort erfuhren wir zunächst, dass unser Flug ausfiel. Nach Hin-und Hergerenne zwischen den Schaltern bekamen wir einen Ersatzflug, ca. 2h später aber immer hin direkt. Es war also noch Zeit für einen Abendessen mit Blick aufs Abendrot und das Rollfeld. Der Flug selbst fand komplett im Dunkeln statt. Dennoch war der Abflug aus HH wunderschön. Wir sahen den Hafen, die Straßen als Lichterbänder, sogar das schönste Stadion der Welt im Volkspark. Der Rigaer Flughafen war sehr modern und ansprechend gestaltet, schöner als viele Flughäfen, die ich bisher gesehen habe. Dann holte uns ein Taxi ab, der Fahrer sprach in 15 Min ungefähr 5 (+/-1) Worte mit uns. Im Hotel fielen wir etwas nach Mitternacht todmüde ins Bett.
17.09.2007 -Ankommen in Riga-
Nach reichhaltigem Frühstück und ruhigem Vormittag im Hotelzimmer gings ins bunte Treiben.
Zunächst gings zum Bahnhof an den ein riesiges, modernes Einkaufszentrum angrenzt, dann kreuz und Quer durch die City über den Rathausplatz mit Petrikirche (Bild 1) an die nicht wirklich schön gestaltete aber dennoch reizvolle Daugavapromenade, von wo wir aus die Vansu-Tilts (Bild 2) fotografierten, eines der neueren Wahrzeichen Rigas. Danach gings in den Grüngürtel, der die Stadt umschließt und mit Teehäusern und seinen Parkanlagen zum Verweilen einlädt. Zum Nachmittagessen gingen wir in das rustikal- |
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| gemütliche Gasthaus „Alus Seta“ in der Nähe des Dom- |
(1) Die Petrikirche & Rathausplatz |
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platzes, wo wir gut, reichlich und günstig aßen. Das Konzept ist einfach wie gut, man stellt sich sein Essen selbst zusammen, teils vom Buffet, teils frisch vom Koch zubereitet. Beim anschließenden Einkauf im Supermarkt fielen uns die günstigen Preise aber zugleich auch ein Sortiment auf, das solch manchen Deutschen Supermarkt klar in den Schatten stellt, auf.
Was war also der erste große Eindruck?
Am auffallendsten und das schon in der Innenstadt sind die Kontraste in der Bausubstanz. Hier schicke Läden mit hochwertigem Sortiment, schöne Cafés usw., dort Fassaden an denen die Farbe und der Putz bröckelt. |
| (2) Die Daugavabrücke Vansu-Tilts |
"Escada" neben Abbruchhaus also, wobei der schöne Teil |
in der Innenstadt klar überwiegt und Bausünden wie bei uns in den 60er und 70er kaum vorkommen. Insgesamt herrscht Aufbruchstimmung!
18.09.2007 -Streifzug durch Riga-
Leider regnet es zunächst, sodass viel zeit für Internet, Stadtführer usw. blieb. Nach Aufklaren gings per Tram gen Mezaparks, einem Villenviertel aus der Gründerzeit (1902-1930 erbaut) mit angrenzendem Park & Zoo.
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| (3) geschäftige Rigaer Neustadt |
(4) Freiheitsdenkmal |
Die Fahrt dorthin zeigte, dass sich das geschäftige Riga weit über die Altstadt ausdehnt und ob des bunten Treibens sehr sehenswert ist, die Bebauung aber „durchwachsener“ wird, umso mehr man sich von der Altstadt entfernt und peripher mehrheitlich für unseren Maßstab marode ist. Auf der Rückfahrt stiegen wir etwas früher aus, an der
Krisjania-Daronie Iela/Lacplesa-Iela und streiften durch die Rigaer Neustadt (Bild 3) mit ihren prächtigen Jugendstilbauten und besuchten eine kleine russisch orthodoxe Kiche. Diese Volksgruppe stellt ja die Mehrheit in Lettland. Wenig weiter die große Christus-Kathedrale.(Bild 5) Dabei fiel uns innen das rege Treiben auf. Die Menschen kamen mit ihren Einkäufen hinein, stellten einige Opferkerzen auf , bekreuzigten sich, küssten eins der Heiligenbilder und gingen dann wieder.Dann kamen wir am Freiheitsdenkmal (Bild 4)vorbei, an dem gerade die Wachablösung stattfand und den angrenzenden Grünring (Bild 6) um die Altstadt, auch Vecriga genannt herum, den man allerdings zur |
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| Mückensaison nicht kurzärmellig betreten sollte ;-). |
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(5) Christus-Kathedrale |
Nun wollten wir auf den Turm der St.- Petri Kirche. Am 2. Tag war dort geschlossen und nun waren bis 01.10.07 Bauarbeiten. Solltest Du mal in Riga sein und oben sein, grüß den Turm von mir ;-).
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| (6) Bastejkalns-Park, Grünring um die Altstadt |
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(7) ...Platz in der Altstadt |
Wo aßen wir am frühen Abend? Da wir keine Lust auf Lokalsuche hatten, im „Alus Seta“! Nach einem Verdauungsspaziergang setze Landregen ein. Gute Nacht!
19.09.2007 Ausflug nach Jurmala
Und wieder ein verregneter Vormittag. Gegen 13h riss der Himmel aber auf. Da unser Zug gen Jurmala aber etwas später fuhr, besuchten wir die Markthallen in Bahnhofsnähe. Um sie herum befinden sich x-Stände. In den Hallen selbst schlug unser kulinarisches Herz höher. Es waren noch richtige Markthallen und kein Touristenensemble wie ich in manchen anderen Städten. Fleisch-Fisch- und Kuchenberge, zu Preisen, wo das Einkaufen noch Spaß macht.
Dann fuhren wir per Zug für umgerechnet 1,90€ nach Jurmala und zurück. Zunächst über die Daugava durch die westlichen Vororte Rigas, in denen unterbrochen von Brachflächen Plattenbauten dominierten, deren Stromversorgung durch die Luft mit dünnen Kabeln erfolgte.
Es schlossen sich idyllische Kiefernwäldchen, Sümpfe und Moore an, die durch die nördliche Herbstsonne in ein gelbliches-kaltes Licht getaucht wurden.
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| (8) Lielupe-Fluss bei Majori |
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(9) Einkaufstr.+unser Restaurant in Majori |
Nach Querung des Lielupe-Flusses (Bild 8) kamen wir fast in einen andere Welt. Die Grundstücke waren groß, die Häuser (überwiegend) in einem Top-Zustand, die Grundstücke groß. In der einem deutschem, hübschen Ostseebad in nichts nachstehender Einkaufsstraße des Ortsteils Majori (Bild 9), in der saison-und wochentagsbedingt allerdings nicht viel los war, aßen wir beim Italiener, der auch eine japanische Speisekarte bot, sehr gut zu Mittag. Für mich gabs japanischen Salat und Pizza italienisch-lettischer Art (der Wurstbelag hatte mit italienischer Salami wenig gemein, war aber sehr lecker).
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| (10) Strand von Majori, Blick gen Westen |
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(11) Strand von Majori, Schauerwetter ;-) |
Der Weg zum Strand (Bilder 10+11) war kurz und von schönen, großen Waldgrundstücken gesäumt. Der Strand ist ein wunderschönes, schier unendliches Band, sehr flach und fest und gesäumt von Kiefernwäldchen. Auf dem Strand befanden sich einiges Cafes, Ruhebänke und Spielgelegenheiten, anstelle einer Promenade. Das Wasser war sehr kloar und schmeckte kaum noch nach „Meer“. Aufgrund des niedrigen Salzgehalts friert die Rigaer Bucht im Winter regelmäßig und recht früh zu.
In Riga angekommen besuchten wir um 19.00h ein Orgelkonzert im Rigaer Dom. Es waren eher neuzeitliche Werke. Besonders eindrucksvoll war das Stück „The light of confessions“ aus dem Jahre 1964 von Rihards Dubra, ein Duo aus Cello und Orgel, in dem beide Instrumente zeitweise regelrecht miteinander „verschmolzen“ um sich anschließend gegenseitig zu steigern. Selten habe ich ein so ein intensives, weil schnelles Cellospiel gehört!
Ein Konzert im Rigaer Dom sollte allein schon wegen seiner fantastischen Akustik zum Pflichtprogramm eines jeden Rigabesuchs sein!
20.09.2007 - Zweite Rundtour durch Riga-
Heute regnete es einmal nicht. Also gingen wir zu Fuß via Uferpromenade auf die Vansu-Tilts Brücke, die schon durch Ihre Stahlkonstruktion trotz einiger Rostflecken eine Sehenswürdigkeit für sich ist. Am schönsten aber ist der Blick auf die Altstadt von dort aus.
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| (12) Blick von Alt-Riga gen Westufer der Daugava |
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(13) Aussicht v.d. Vansu Tlits auf die Altstadt |
Da es nun doch regnete, fuhren wir per Bus mit einem sehr hilfsbereiten und fast dauernd handytelefonierenden, wohl russischem Busfahrer zur Ventspils Iela, dort wollten wir in einem Freizeitcenter Billard&Co spielen.Das gab es laut „Riga this Week dort.Billard gabs gar nicht und der mufflige Aufseher konnte/wollte uns nicht einmal Geld für Airhockey |
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| wechseln. Und Tschüß! Und weiter gehts: |
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(14) Westl. Vorstadt Rigas |
Der anschließende Weg durch die Stadt zeigte uns sehr anschaulich ein Stück Osteuropa jenseits von Altstadt und Villenvierteln. (Bild 14) Garniert war er durch ein wieder mal drolliges Erlebnis:
Wir steigen auf der Line 22 die von unserm Ausgangspunkt zum botanischen Garten führte. Da kam die Kassiererin im Bus, wir sagten & zeigten ihr das Ziel, die erste einmal (und das in der Landeshauptstadt!) kein Englisch verstand und uns dann aus dem Bus schickte. In welche Beziehung war die doof?kannte sie Ihre Strecke nicht oder war sie in anderer Beziehung doof?
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| (15) Abendrot über Rigas Altstadt |
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(16) Einkausfpassage a.d. Audeju Iela (Altst.) |
Nachmittagsessen gabs wieder im Alus Seta. Uns fiel einfach nichts besseres ein ;-). Am Abend gings, quasi per Zufallsentdeckung noch auf den Turm der techn Akademie, von dem wir aus aus etwa 50m Höhe einen sehr schönen Ausblick auf die Stadt hatten
(Bild 15). Zum Schluss gings an den Markthallen entlang nach Haus. Hier gefiel uns die Stimmung. Auch wenn es kein Traumtag war, wir gewannen interessante Einblicke. Wie gesagt, Reisen bildet!
21.09.2007 Abreisetag
Nach einem reichhaltigem Frühstück, begleitet vom wie immer muffligem Personal, das zu den Gästen keine Regung zeigte, untereinander aber herzhaft scherzte, räumten wir unser Zimmer aus.
Nach einem Bummel durch eine Passage, (Bild 16) die mit den edelsten Hamburger Einkaufsgegenden keinen Vergleich zu scheuen braucht, Davor waren wir in einem sehr modernen Café, dass uns schon die ganzen Tage „anlächelte“ und wurden satte 10 Minuten von der Bedienung gänzlich ignoriert. Der Wille etwas neues auszuprobieren war da, allein die Wahl zwischen Nepp und schlechter Bedienung wollten wir nicht mitmachen.
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Anschließend besuchten wir das Besatzungsmuseum (Bild 20) von Riga. Hier wurde in sehr anschaulicher Weise die Zeit der Besatzung von 1940 bis 1991 aufgearbeitet. Ein Besuch ist absolut empfehlenswert. Dann bummelten wir noch einmal durch die Konventshöfe (Bild 17+18). Im Anschluss gings das vierte Mal zum „Gasthaus des Vertrauens“.Dann schlen- derten wir noch einmal über |
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| (17) Konventshöfe |
auf die Akmens Tlits, die |
(18) Blick auf St. Petri-Kirche |
mittlere der Drei begehbaren Rigaer Brücken über die Daugava und genossen noch einmal den Blick auf das Altstadtpanorama und den Rigaer Markt (Bild 19). Dann wurde es Zeit, sich zum Flughafen begeben. Wir fuhren mit der Buslinie 22 vom Centraltirgus zum Flughafen. Eine günstige Alternative zum Taxi.
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| (19) Gaststätten am Rigaer Markt |
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(20) Patrizierhaus (l) und Besatzungsmuseum(r) |
Dort allerdings erlebten wir wieder mal eine recht unfreundliche Kassiererin, an und für sich nichts besonderes. Wir sagten 2 Personen. Sie antwortete „4“. Und zählte unser Gepäck als Personen mit. Bei 0,60 Lvl pro Person war es immer noch günstig, aber ob die Letten für Ihre Einkaufstasche auch doppelt zahlen müssen?
Der Flug selbst war sehr schön. Man konnte trotz Bewölkung noch die zahlreichen Moore und Seen sehen, die Riga umgeben. Später über den Wolken schaute ich mir die Wolkenstrukturen an, dazu einen herrlichen Sonnenuntergang und den aufgehenden Mond. Als wir dann in HH-Fuhlsbüttel landeten, waren wir irgendwie froh, wieder deutschen Boden unter den Füßen zu haben.
Simon Bruckner, den 13.10.2007
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