Urlaubsbericht Kreta und Athen 2010
Freitag, 21.05.10-Anreise Um 4.33h klingelte mein Wecker um 6.15h war ich am Flughafen. Alles klappte wie am Schnürchen. Um 8h hob unser Condor-Flieger ab, leider ging die Route östlich an Hamburg vorbei. Nach ½ Stunde war die Flughöhe von 11km erreicht, das dunkle Himmelsblau in dieser Höhe fasziniert mich immer wieder, es geht schon ins violettblaue. Nach gut 3 Flug landeten wir nach einem kurvigen Landeanflug auf den Flughafen Heraklion, unser neuer Mietwagen (1Km auf'm Tacho) stand vis-a-vis. Ein kurzer Schlenker in die Innenstadt von Heraklion folgte, enge Gassen, viele kleine Geschäfte. Aber erstmal mussten wir uns ans Klima gewöhnen. Beim Einkaufen folgte der erste Schock-halbe Auswahl bei doppelten Preisen;-). Nur die griechischen Brotaufstriche und der Nougatkuchen haben es mir angetan;-). Die Küstenstraße war fast autobahnähnlich ausgebaut, entsprechend zügig ging es mit einer kurzen Strandpause bei Rethmion nach Istron.
Samstag, 22.05.10 Ankommen im Kräutergarten Das Frühstücksbuffet war ok - von Allem etwas- bei mittlerer Auswahl Es war schade, dass der Aufschnitt in 8Tagen kaum wechselte, der Service war umsichtig, die Aussicht aufs Meer war herrlich. So gestärkt ging es zum Einkaufen zu Lidl (ja, richtig, Lidl-sonst wäre die Urlaubskasse kollabiert) nach Agios Nikolaos.
Dann fuhren wir via dem malerischen Örtchen Kritsa in Serpentinen auf 1100 m Meereshöhe ins Gebirge hinauf und machten unsere erste kleine Wanderung, die uns durch Stieleichenwäldchen führte, an Felsbuckeln vorbei durch den reinsten Kräutergarten, von denen wir auch Thymian und Estragon fürs Abendessen pflückten. Der Duft war zauberhaft. Nach 150 Höhenmetern kamen wir in Wolken. Wir hatten uns vieles vorgestellt, aber kein „Harzerlebnis“, aber so fiel die Akklimatisierung leichter. Abends zurückgekommen brat ich uns Hackfleischspieße a´la Kreta garniert mit griechischem Salat. Bon Appetit Greece! Sonntag, 23.05.10 Strandhöhle und Schluchtwanderung Bei nun sonnigem Wetter stand nun unsere Ostkretainselrundfahrt auf dem Programm. Wir fuhren ostwärts auf der Inselhauptstraße über Gournia, Kavousi am Orno-Gebirge entlang, hoch über dem herrlich türkisfarbenen Mittelmeer über zahlreiche Serpentinen. Ganz Kreta wirkte auf uns wie ein einziger blühender Garten. Alle Kräuter und Steingartengewächse, die es sonst in guten Gärtnereien gibt - hier wachsen sie „frei Natur“.
Hinter Sitia, ganz im trocknen Osten Kretas wurde die Landschaft karg – Steppe, Dünenlandschaft, eine „Westernkulisse“. Dann kamen wir am Palmenstrand von Vai an, dem einzigen natürlichen Palmenhai Europas, der allerdings mit einem wenig schönen Stahlzaun eingezäunt ist. Am 400m langen Strand waren Kioske und Liegen, etwas weiter ließen wir uns an einem Felsen nieder, den wir mit 2 Holzpaletten um einen Sonnenschutz erweiterten. In einem Felsspalt entspannte ich, das Wasser war etwas kalt, der Strand etwas kiesig, das Panorama allerdings ist sehr schön. Zurück ging´s nach Sitia, wo wir an der Promenade zu etwas Gyros einkehrten und die maritime Atmosphäre mit den Fischerbooten und einem umherspazierenden Pelikan genossen. Nach der Pause fuhren wir im frühabendlichen Licht durchs Landesinnere gen Südküste. Dort angekommen fuhren wir zur Perevolakia-Schlucht bei Kapsas, ich kühlte mich zuvor in herrlicher klarer Brandung am Steindstrand ab. Es war nun dämmrig, die Wände der Schlucht waren felsenkahl, einige Höhlen fanden sich an, der Kräuterduft begleitete uns, aus der ferne erklangen Vogelstimmen und die Glocken der Ziegen. Kreta-Nur-pur! Zugleich schien der zunehmende Mond in die Schlucht und tauchte diese großartige Natur in sein zart silberfarbenes Licht bei dunkelblauem Himmel. Die Rückfahrt führte uns über Iapetra, einem eher schmucklosen Ort aber mit schönen Stränden am östlichen Ortsausgang.
Nach einem geruhsamen Tagesauftakt ging es um 14h via Küstenstraße in das Dörflein Kavousi. Ziel war es von dort aus ins Bergdorf Tripti zu fahren um den Afendis Stovmranos zu besteigen. Doch der Reihe nach: Zunächst ging es auf einer-großzügig geschätzt- 2,5m breiten Holperpiste im Kreis, dort hatten wir die erste Überlegung umzukehren, dann fanden wir doch den Einstieg zur Alm Tripti und es ging weiter. Schmale Schotterstraße, uneben, deutlich bergan und auf dem Weg Felsstücke, die gegen den Unterboden krachten-ich ging teilweise voran, um Steinbrocken aus dem Weg zu räumen, das ganze an Steilhängen ohne Leitplanke am Abhang. 1Km wäre witzig gewesen,, es waren aber 15Km, die uns 4Stunden und viele Nerven kosteten. Als ob´s das wäre: 0-Beschilderung und Wegewirrwarr. 1X kehrten wir um, weil wir an ein Gatter kamen, als wir völlig entnervt an einem Haus vorbei kamen, klärten uns die freundlichen Bewohne darüber auf, dass es nur ein Schafgatter war, boten uns Wasser und sogar Essen an-wahre griechische Gastfreundschaft-wir mussten jedoch weiter durch die „Offroadhölle“, in der Karte als Hauptstraße eingezeichnet. Diese Wegverhältnisse lassen jede Schlaglochdiskussion in der Heimat als akademisch erscheinen. Völlig ko und mit einem Dank zum Himmel erreichten wir Tripti.
Es war nun 18h und somit für die große Bergwanderung zu spät-wir gönnten uns den Anfang, stellten fest, dass die Angaben im Wanderführer Kreta-Ost vom Rother-Verlag unvollständig bzw. verwirrend sind, weder gab es eine Taverne noch sog. Halbkrater am Weg. Wir genossen die abendliche Stimmung auf einer Felsspitze mit schönem Blick über Ort und Berge, umgeben von duftenden Kräutern, Weinbergen und kleinen Ruinen. Es war ein versöhnlicher Abschluss und wir beschlossen einen zweiten Anlauf zu starten.
Dienstag, 25.05.10 Ausruhen, Knossos Getragen von etwas Sehnsucht nach historischen Stätten fuhren wir heute bei etwas trüb-schwülem Wetter via Heraklion nach Knossos. Eine vereinbarte Führung stornierten wir, nachdem auch nach einer halben Stunde kein Start in Sicht war, die Anlage selbst ist recht eindrucksvoll und in Teilen, was sehr anschaulich ist, teilrekonstruiert, dennoch hat es uns nicht recht begeistert-ärchologisches Interesse ist von Nöten, ansonsten lohnt es sich meines Erachtens weniger.
Mittwoch, 26.05.10 Höhlengrill und Afendis Strovmanos Als beim Frühstück dunkle Wolken aufzogen und es wenig später anfing zu regnen, dachten wir ein wenig verzweifelt „tolles Urlaubswetter“. Wir brachen aber dennoch gen -Schlucht auf und die fahrt durch den Regen sollte sich lohnen. Schon bei Iapetra wurde der Regen weniger und an der Schlucht tröpfelte es nur noch. Den Plan dort Abends zu grillen und ggf. zu übernachten hatten wir fallen gelassen, nun ging es aber bei sogar leichtem Sonnenschein ins Talparadies, blühende Bäume, der Duft von Kräutern und majestätische Felswände garnierten unseren Weg bis zu einem Felsvorsprung unter welchem ich einen Steingrill baute und sogleich mit Anzündern die Kohle anzündete. 20 Minuten später lagen die Würstchen auf unserm Naturgrill. Wildnisfeeling pur war diese Mahlzeit. Nach etwas Pause ging es zum Auto und da nun auch die Berge wolkenfrei fuhren wir via Iaepetra und Kato Horio wieder hinauf nach Tripti. Dort starteten wir den 2. Anlauf auf gen Afendis Stovmranos
Der Weg war nun (!) schnell gefunden, durch ein Kiefernwäldchen ging es sachte bergan, bis die Bäume dünner und der Geröllhang steiler wurde. Hier kraxelten wir in Serpentinen, auch mal auf allen Vieren, den Berg hinauf. Die Vegetation wurde karger, die Aussicht mit jedem Meter eindrucksvoller. Nachdem wir mit etwas Höhenangst eine Felswand durchquert hatten, ging es-den Afendisgipfel vor Augen durch eine karge Felssteppe und die letzten 150 Höhenmeter über eine Schotterstraße zum Gipfel. Dort fanden wir einen Funkmast, einen gut hörbaren Generator, auch eine tolle Rundumsicht auf das Gebirge, unseren Weg vom Montag und beide Mittelmeerhälften vor. In einer winzigen, jedoch sehr feierlichen Kapelle zündete ich eine Kerze an, hielt kurz inne und der Rückweg begann. Mittlerweile ging die Sonne rotglühend zwischen den Wolken, Bergen und Meer unter. Ein wunderschöner Anblick, doch etwas Eile war geboten. Im Dunkeln ging es dann nach diesem eindrucksvollen Wander-und Naturtag per Auto gen Hotel. Donnerstag, 27.05.10 Lasithi-Hochebene und Baden Heute starteten wir um 11h recht früh für unsere Verhältnisse, der Himmel war strahlend blau. Unsere Fahrt führte uns durchs Bergland südlich Malia in die etwa 800m ü. NN liegende Lasithi-Hochebene, einer etwa 8km Ebene, die flach wie ein Brett ist und von Bauerndörfern, die von Tourismus, Viehhaltung und Gemüsenanbau leben, flankiert wird. Wir fuhren bis Plati, von wo aus wir den 1578m hohen Afendis besteigen wollten. Die Wanderung startete gut, aber mit jedem Meter wurde bei um +30´C und senkrechter Sonne das Steigen beschwerlicher.
Da der Weg lang und später schattenfrei war, beließen wir es bei einer Wanderung von 3Km und 200 Höhenmeter, wobei wir auch den Blick auf die grüne Ebene und die kahlen Berge genießen konnte und ich zum Abschluss sogar noch einen geologisch interessanten, weil eindrucksvoll geschichteten Gneis-Schiefer Breckzienaufschluss oberhalb des Dorfes fand. Nach der entspannten Rückfahrt zog es uns an einen herrlichen Sandstrand, nur 1Km vom Hotel entfernt liegend zum baden. Es war einfach herrlich, mein einziger richtiger Badegang, warmes Wasser, weicher Sand und eine friedliche Abendstimmung über Meer und Küste. So gingen unsere Tage auf der schönen Insel zu Ende.
Freitag, 28.05.10 Reisetag nach Athen mit Verlusten
Um 07.00 Uhr klingelte der Wecker, wenig später waren wir am Frühstücksbuffet und dann auf dem Weg gen Heraklion. Bei dem Blick auf Berge und Meer wurde mir wehmütig. Die Autoabgabe ging schnell und wir fuhren per Bus zum Hafen wo wir auf der MS Festos Palace der Mionoan-Linien eincheckten. Die Abfahrt und der Rückblick auf die Insel waren schön. Das wars aber auch schon mit dem Schönem. Das Schiff war ohne jegliche Entertainment-Angebote, selbst eine Automatenecke schien des Guten zuviel zu sein, der Pool war leer, das Deck um den Pool zugig, auf dem eigentlich schönen Achterdeck fehlten jegliche Sitzmöglichkeiten, die Restaurants sind teuer und schlecht, ein reines, liebloses Verkehrsmittel also. Zu allem Überfluss wurde mir in 2-Minütiger Abwesenheit in einem Ruheraum mit immerhin komfortablen Sesseln meine Kamera gestohlen, was mich nicht nur angesichts der vielen Bilder doch sehr bedrückt(e).
Samstag, 29.05.10 Athen-eine großartige Stadt Bei deftigen 33´C im Schatten starteten wir von dem Vortagesschock ausgeruht unseren Athen-Stadtbummel beginnend mit einer Metrofahrt von der nahe der Jugendherberge liegenden Station Metaxorgio in das belebte Geschäfts-und Einkaufsviertel Omonia. Solche Menschenmengen! Athen ist ein einziger Moloch, aber ein sympathischer und lebendiger. An jeder Straßenecke gibt es interessante Lokale oder Geschäfte zu entdecken. Von Krise außer zweier eingeschossener Scheiben keine Spur subjektiv zu spüren. Weiter ging es zu Fuß in die Athener Altstadt, die Plaka, ein Viertel mit malerischen engen Gassen, gefühlt hunderten von Andenkenläden, sehr touristisch, aber dennoch irgendwie urtümlich. Wir aßen in einer sehr schönen Taverne im schattigen Innenhof, unser Souflaki war ausgezeichnet, die Einrichtung stilvoll-und den Namen hab ich leider vergessen;-).
Das Häusermeer besteht fast nur aus 5,6,7 stöckigen Gebäuden, kaum Hochhäusern aber auch kaum Stadthäusern Auf den Dächern befinden sich teils fantasievolle Dachgärten, teils sogar Bäume. Nach dem Abstieg ging über einen riesigen Büchermarkt in den liebevoll und mit hohen Palmen und mit Blumenrabatten bestandenen Ethnikos Kipos, den Nationalgarten. Danach ging es per Metro wieder nach Omonia, wo wir in einem Imbisslokal uns ein Gyros mit Ausblick auf die wandelnden Menschenmassen gönnten. Selten habe ich so viele hübsche Frauen, aber auch recht kauzige Männer gesehen;-). Nun ging es fußläufig zurück. Es war SA-Abend und die Stadt vibrierte aus den Tavernen und Cafes geradezu. Dagegen ist meine Heimat Hamburg das reinste Dorf;-). Fazit: Eine interessantere Stadt habe ich bislang kaum erlebt.
Eineinhalb Tage waren viel zu kurz, genauso wie es 2,3 oder 4 gewesen wären. Fest steht-ich kehre zurück! Nun ging es nach sehr freundlicher deutsch-griechischer Verabschiedung durch den Herbergsvater gegen 7h zur schönen und großzügig gebauten Metro gen Flughafen. Dort angekommen checkten wir gen Köln-Bonn ein. Der Flughafen war groß, aber im Abflugbereich gab es kaum etwas zu Essen, ich aß zu 4,30€ ein pampiges Wurstsandwich...nun ja. Der Germanwings-Flug startete zügig und gestatte uns einen schönen Rückblick auf Athen-dann Wolken und ein, Zwei Alpengipfel. In Köln schauerte es, unsere Wege trennten sich, ich stieg gen Berlin-Schönefeld um, ein guter einstündiger Flug durchs Schauerwolkengebirge. Von dort fuhr ich per Airportexpress zum gigantischen Berliner Hbf. auf mehreren Gleisebenen trafen hier Züge aller Arten, flankiert von einer großen Shoppingebene zusammen. Eine gute Stunde widmete ich Reichstag, Bundeskanzleramt und dem Tiergarten. Etwas Hauptstadtluft schnuppern halt. Dann ging es per ICE schnell in die Heimat zurück, ich hatte ein Sonderpreis erste-Klasse Ticket. Service und Ruhe gefielen als Urlaubsabschluss.
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