Stimmen in%
Gewinne und Verluste
Die CDU wurde bei den Zweitstimmen erwartungsgemäß, wenn auch knapp und mit Verlusten stärkste Kraft in Osdorf. Bei den Erststimmen blieb Olaf Scholz (SPD) aufgrund eines deutlich besseren Splittingfaktors von +9,6Pp zu +5,2 Pp (2005 7,9Pp für Scholz und 6,6 Pp für Weinberg (CDU)) vorn. Eines der Hauptmerkmale dieser Wahl waren zum einen die Wanderungen innerhalb der politischen Lager als auch die Hochburgenerosion, (CDU in Hochkamp, SPD im Osdorfer Born). Noch nie lagen bei einer Wahl die Anteile der CDU mit 33,1% in Hochkamp und 25,7% im Born so eng beieinander. Dies wurde durch politische Themen verstärkt, im Süden durch ein Protestwahlverhalten aufgrund der Schulreform, im Norden eine sozialpolitisch bedingte Wählerwanderung SPD->Linke. Letztere gewinnt im Born dramatisch hinzu, erreicht aber selbst in Hochkamp nun relevante Anteile. Andersherum wird sichtbar, dass die Parteien sich in Ihren Diasporagebieten stabilisieren, was an punktuellen Erstimmenzuwächsen für Scholz in Hochkamp und Zugewinnen für die CDU im Born sichtbar wird. Der Konzentrationsgrad (CDU+SPD) ist historisch niedrig. Was neu ist, ist der deutliche Rückgang der Erststimmenanteile von 86,5% auf 73,6%. Dieser war bislang recht konstant. Abgenommen, wenn auch leicht hat das Stimmensplitting, bleibt aber, gerade im Süden auf hohem Niveau. Bei der Linkspartei hat es geringfügig- wohl zugunsten des SPD-Kandidaten auf niedrigem Niveau zugenommen. Die Wahlbeteiligung klafft immer weiter auseinander. Bei einem Gesamttrend von -6 bis -7 sinkt die Beteiligung im Süden wenig, im Born von niedrigem Ausgangsniveau dramatisch. Die Spannweite liegt nun zwischen 39,6% (Achtern Born) und 89,4% in der Jenischstraße. 1976 beispielsweise lag der Unterschied zwischen 82,3% und 93,9% in den selben (!) Wahllokalen. Alle im Bericht genannten Parteiergebnissen sind reine Urnenwahlergebnisse. Die Briefwahl ist somit unberücksichtigt.
Erststimme
Zweitstimme
Der Rückgang der Wahlbeteiligung ist hier am massivsten und findet relativ gleichmäßig statt. Auch in den Siedlungsgebieten, sinkt die Beteiligung wobei die Rückgänge im Born zu bisher für Bundestagswahlen unbekannte Tiefen von 39,6%( Achtern Born) bis 57,2% (Glückstädter Weg). Allerdings hat 22115, Achtern Born die Hamburgweit „rote Laterne“ an xxx.xx mit 36,8% in Hausbruch ab. Auch in den Siedlungsgebieten ist der Rückgang mit -6,6 Pp bis -11,2 Pp überraschend deutlich. Die SPD erreicht hier nach Jahren mit Ergebnissen bei Bundestagswahlen von 47 bis 51% nun ein Rekordtief, ähnlich wie bei der vorausgegangen Europawahl. In 22115, Glückstädter Weg kommt sie mit 46,2/54,8% auf ihr altonaweit bestes Ergebnis. 4 der 5 CDU-Zuwächse liegen im Born bzw. im Wahlbezirk 22103, Wesperloh. Die GAL hat sich sehr erkennbar über 5% stabilisiert. Das Ergebnis der Linken liegt im oberen Drittel des Protestpotentials, ist aber nicht rekordverdächtig (2001= 23,0% Schill). Schaut man sich die Resultate solcher Parteien an, dann fällt einem auf, dass seit 1993 Prostestparteien verschiedenster Coleur dieses relativ feste Potential von 10-25% ausschöpfen. 1993 Reps/DVU+Statt-Partei, 2001 Schill und seit 2005 die Linke. Der Protestteil dieser Wähler scheint offenbar politisch ungebunden zu sein und legt den Fokus auf eine bestwirksame Artikulation. Dies scheint derzeit aus der Sicht dieser Wählergruppe mit der Linken am erfolgversprechendsten zu sein.
Erststimme
Zweitstimme
Hier hat das bürgerliche Lager spürbar hinzugewonnen. In 2 der 4 Wahlbezirke führt die CDU bei den Zweitstimmen, in einem bei der Erststimme. Andersherum die SPD, die zuvor in 3 von 4 bzw. allen Wahlbezirken vorn lag. Die GAL kann-allein durch mäßige Verluste im Knabeweg (von 17,3 auf 13,9%) und Goosacker (von 15,9% auf 13,4%), die bei früheren Wahlen Hochburgen waren nicht an ihre früheren Ergebnisse anknüpfen, hier spielt gerade bei „Linkswählern“ sicher auch das Erstarken der Linken in den selben Wahllokalen eine Rolle. Die FDP hat Ihre Schwächephase der 90er und frühen 2000er Jahre überwunden und erreicht ihr bestes Ergebnis seit 1990. Die Entwicklung der Wahlbeteiligung verläuft typisch: Hohes Ausgangsniveau=niedriger Verlust (Goosacker 83,7 nach 86,6%), mittleres Niveau = höhere Verluste (22113, Goosacker 71,2% nach 81,4%).
Erststimme
Zweitstimme
Hier bricht die CDU nach Jahren der Stabilität (39,6 in 2002 bis 45,4% der Zweitstimmen in 1994) ein, wobei der Wbz. 22005 um das Areal „Am Landpflegeheim“ erweitert und somit per se „linker“ geworden ist, aber auch in Hochkamp selbst werden - historisch schwach- die 40% nur noch 1x in 22009, Am Isfeld überschritten. Die SPD hingegen verliert weniger und sichert sich in 1 (0) der 6 Wahlbezirke die Erststimmenmehrheit, was durch das sinkende, aber immer noch hohe Erststimmenplus der CDU einerseits und den trotz Verlusten steigenden Erststimmenüberhang der SPD andererseits möglich wird. Bei den Zweitstimmen gewinnt die CDU in sämtlichen Wahlbezirken.
Erststimmentopps und Flops der Parteien in den Wahllokalen
Wahlbeteiligung: Flop: 39,6%, Achtern Born Und hier die Wahllokalergebnisse …
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