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Bürgerschaftswahl Osdorf 2008

 

1.Gesamtergebnis Osdorf 2008 (Listenstimmen)

Jahr

CDU

SPD

GAL

FDP

Linke

Sonstige

Beteiligung

2008

47,1%

32,1%

6,6%

5,2%

5,8%

2,4%

62,8%

+/- zu ´04

-6,9
+4,2
-1,8
+2,1
k.A.
-3,8

-5,0


2.Bewertung und Analyse der Ergebnisse

Klarer Sieger der Bürgerschaftswahlen 2008 auch in HH-Osdorf ist die CDU. Zwar sind die Verluste mit -6,9 Pp etwas höher, dies ist aber auch eine Art "Ausgleichsbewegung zu den überdurchschnittlichen Gewinnen in 2004. Die SPD gewinnt leicht überdurchschnittlich, bei ihr das selbe Bild, denn die Verluste in 04 waren höher. Ein schönes Beispiel also, dafür dass sich Extrementwicklungen oftmals über die Zeit ausgleichen.

Die FDP legt leicht überdurchschnittlich zu, übersteigt in Osdorf-Nord sogar ihr 2001er Niveau, erreicht es in Alt-Osdorf fast, verfehlt es aber in Osdorf Süd deutlich. Und, da Osdorf ja fast soetwas wie HH im kleinen ist, liegt in letztgenannter Entwicklung auch der Grund für das Scheitern der FDP.

Die GAL verliert unterdurchschnittlich, die Gebiete der Hauptverluste für sie liegen in den alternativ-urbanen Stadtteile wie z.B.Ottensen, diese Milieus existiern Osdorf kaum. Die Linke schneidet leicht unterdurchschnittlich ab.

Der entscheidende Aspekt dieser Wahl sind das starke Auseinanderdriften der Milieus. Hierbei zeigt sich ein sehr starker Zusammenhang mit dem sozialen Status der Teilgebiete. Dies betrifft folgende Faktoren:

-Die Wahlbeteiligung: Einerseits liegen nahezu unveränderte Spitzenwerte in Hochkamp vor, anderseits bricht sie im Osdorfer Born auf ohnehin schon niedrigem Niveau ein.

-Die Stimmenanteile der CDU: Im bürgerlichen Milieu liegen die Verluste dicht am HHer Durchschnitt, in Osdorf-Nord, insbesondere im Osdorfer Born bricht die CDU ein.

-Die Stmmenanteile der "Linken": Umso größer das Protestwahlpotential ist, desto größer ihre Anteile. In Hochkamp ist sie zB. fast bedeutungslos. Es liegt der Schluss nahe, dass zumindest im Osdorfer Born die Linke dass latent dauerhaft vorhandenes Protestpotential gut ausschöpfen konnte, zumal andere Protestparteien selbst dort sehr schwach abschnitten.

Ein weiterer Schluss aus dieser Wahl ist, dass der Konzentrationsgrad der beiden großen Parteien fallen kann, aber HH und Osdorf zeigen es, trotz des allgemeinen Trends in diese Richtung, nicht fallen muss. Er liegt mit 79,2% fast ähnlich hoch wie 2004 mit 81,9%.

Osdorfer Born und angrenzende Siedlungsgebiete / Osdorf-Nord

Jahr

CDU

SPD

GAL

FDP

Linke

Sonstige

Beteiligung

2008

38,4%

41,4%

3,9%

3,9%

8,1%

5,3%

50,3%

2004

48,0%
34,3%
5,3%
2,4%
-
10,0%

58,3%

Analyse

Die CDU gewinnt nur noch 2 der 10 Wahllokale. Diese liegen in den Siedlungsgebieten um den Born herum. Hier erreicht sie auch Ihre Bestwert von 47,5% in 22002 , Lupinenweg. Am schwächsten schneidet sie in 22015, Kroonhorst mit 30,8% ab. Hier verliert sie auch mit -21,9 Pp osdorfweit am meisten. In diesen Gebieten legen SPD und Linke nahezu gleichzeitig am meisten zu. Einerseits handelt es sich, wenn man sich die Zahlen im Born 30,8%-39,8% um für eine ehemalige SPD Hochburg und niedrigem sozialen Staus um kein besonders schlechtes Ergebnis und auch nach einer von 1997-2004 durch geringere/Verluste überdurchschnittliche Gewinne geprägten Phase um eine "Ausgleichspendelbewegung". Anderseits hat die CDU kaum Veranstaltungen dort durchgeführt und nicht plakatiert. Dies hat die Verluste wohl erhöht.

Die SPD hingegen kann überdurchschnittlich hinzugewinnen. Sie erreicht zwar nicht annähernd die Ergebnisse früherer Wahlen bzw. Bundestagswahlen (2005= 47,5%), kann aber gerade im Born in 3 Lokalen sogar zweistellig hinzugewinnen (max.: 22015 +15,6 Pp). Das beste Ergebnis erzielt sie in 22019, Bornheide mit 45,1%. Die SPD konnte wohl der CDU massiv Stimmen abnehmen, einem größeren Erfolg standen aber die Erfolge der Linken im Wege.

Die GAL sackt wieder auf das Niveau der Wahlen vor 2004 ab, während sie in den angrenzenden Siedlungsgebieten 6,1-6,3% holt und nur leicht verliert, sackt sie im Born unter 5%, erreicht in 22119 sogar nur noch 0,4% bei jeweils deutlichen Verlusten, lediglich in 22115, Kroonhorst kann sie leicht zulegen, dies war in 2004 ihr schwächstes Lokal. Dies ist ein Effekt, den ich 2004 auch bei der FDP in ihren Diasporawahlbezirken beobachtet habe.

Die FDP verbessert sich, insbesondere im Born recht deutlich (22115, Kroonhorst +3,9 Pp auf 4,5%), erreicht aber nur in 22101 mit 5,3% die 5%-Marke.

Die Linke wurde quasi aus dem prozentualen "Nichts" in 5 der 8 Wahllokale zweistellig. Am meisten holte sie in 22014, Kroonhorst mit 14,2%. In den Siedlungsgebieten blieb sie mit ca. 6% durchschnittlich.

Die Wahlbeteiligung sinkt trotz ohnehin schon unterdurchschnittlichem Niveau noch weiter und auch noch stärker als in den andern Teilen Osdorfs. Würde sie in den Bezirk 22101-03 bei 58,6%-71,4% liegen, wäre sie für den Born ausschließlich in den Mittvierziger Prozenten. Am allerschlechtesten, liegt sie in 22115, Kroonhorst mit 31,4%.

Kommentar zur Wahlbeteiligung in Osdorf-Nord

Dies ist eine dramatische Situation in meinen Augen. Zum einen muss sich die Politik diesen Stadtteilen noch etwas stärker hinzuwenden(Vieles, in meinen Augen von den Anwohnern m.E. nicht ausreichend gewürdigtes, geschieht bereits).

Auf der anderen Seite muss die politische Bildung isb. an Schulen gestärkt werden, gerade dort, wo nicht wie in besser situierten Gebieten, wo ohnehin ein gewisses Interesse vorherrscht. Dabei muss das Bewusstsein gestärkt werden, dass unabhängig von der eigenen Situation eine absolute Mitverantwortung eines jeden Einzelnen für das demokratische Gemeinwesen besteht!

Alt-Osdorf / Osdorf-Mitte

Jahr

CDU

SPD

GAL

FDP

Linke

Sonstige

Beteiligung

2008

47,1%

31,8%

7,8%

5,2%

6,2%

1,9%

71,5%

2004

49,8%

30,0%

10,9%

2,5%

-

7,8%

75,1%


Analyse

In Alt-Osdorf waren die prozentualen Veränderungen am geringsten. Die CDU lag in allen 4 Wahllokalen vorne, konnte in 22112, Knabeweg sogar um 1,3 Pp auf 40,2% zulegen. Dies war ihr schwächstes Lokal, 22113, Goosacker (vormals Rugenbarg) mit 52,3% ihr stärkstes. Die CDU verlor nur unterdurchschnittlich, am meisten in 22120, Vogt-Groth Weg mit -7,8 Pp. Dort legte sie in 2004 am meisten zu, in 22112 übrigens am wenigsten. Durch die deutlichen Gewinne der FDP ergibt sich somit eine unverändert große, solide bürgerliche Mehrheit.

Die SPD liegt in allen 4 Bezirken hinter der CDU, büsst in 2 Lokalen Stimmenanteile ein (22112+13). In 22111 (Goosacker) und 22120 legt sie mit +7,1 Pp bzw. 6,2 Pp deutlich zu. Auch hier zeigt sich ein Zusammenhang zwischen hohen Verlusten in 04 und diesjährigen Zugewinnen.

Die GAL verpasst ihr 2004er Resultat deutlich. Sie liegt nun zwischen 6,2% (2004=11,1%) in 22111(Goosacker, vormals Rugenbarg) und 10,2% (2004=12,5%)22112, Knabeweg. Zählt man Rot&Grün in Alt-Osdorf zusammen, kommt man auf 39,6%.

Die FDP macht in Alt-Osdorf den deutlichsten Sprung nach vorn und erreicht fast ihr 2001er Niveau wieder (5,4%) und liegt zwischen 4,3% und 6,2% in 22120. Hier gewinnt sie um 4,4Pp zu. Die CDU hat dort ihren höchsten Verlust. Hier könnte ein gewisses Lagerwahlverhalten erkennbar sein.

Die "Linke" liegt fast im Hamburger Schnitt, zwischen 4,4% in 2120, Vogt-Groth Weg und 8,2% in 22112 und somit 3x über der 5%-Marke.

 

Hochkamp/Klein Flottbek (Osdorf-Süd)

Jahr

CDU

SPD

GAL

FDP

PDS

Sonstige

Beteiligung

2008

52,9%

25,6%

9,7%

6,2%

3,9%

4,4%

75,0%

2004

59,3%

21,0%

11,3%

4,4%

-

4,0%

77,1%


Analyse

Die CDU erreicht trotz leicht überdurchschnittlicher Verluste das zweitbeste Bürgerschaftswahlergebnis der letzten 20 Jahre. In 22105 rutsch die CDU mit -13,7Pp sehr deutlich auf 48,7% ab, allerdings hatte sie sich hier 2004 von 31,2 auf 62,6% fast verdoppelt. 3xliegt die CDU leicht unter 50%, 2x über 50%, das beste Resultat sind 62,3% in 22106, Einsichtnahme.

Die SPD kann sich in Osdorf Süd spürbar von Ihrer Verlustserie erholen und liegt jetzt sogar wieder leicht über Ihren Werten aller Bsw.-Wahlen seit 1991. Am besten in 22110, Vogt-Groth-Weg.

Die GAL hat in Osdorf-Süd die geringsten Verluste, dies deckt sich mit dem allgemeinen Muster dieser Wahl, dass die GAL in Ihren alternativen Hochburgen viel-aber in bürgerlichen Gebieten umso weniger verliert. In 22105, Knabeweg gelingt sogar ein leichter Zuwachs von 9,0 auf 9,9%. In 22107, Hemmingstedter Weg verliert sie hingegen von 17,1%,auf 12,7%.

Die FDP legt in Osdorf-Süd nur unterdurchnittlich zu, weniger noch als in Alt-Osdorf. Hier zeigt sich der Grund für den verpassten Einzug in die Bürgerschaft geradezu mustergültig. Es sind die auf den ersten Blick zwar nicht so geringen Zuwächse, die aber auf den Zweiten Blick, auch gerade auf die erdrutschartigen Rückgänge in 2004 prozentual einfach zu gering sind um 5% hamburgweit oder gar ein besseres Ergebnis zu sichern. Hierzu muss noch gesagt werden, dass Osdorf-Süd hierbei aber noch hinter anderen vergleichbaren Gebieten zurückbleibt. Das beste Resultat der FDP liegt in 22108, Grotefendweg mit 8,4%, hier legt sie um 3,7 Pp zu, in den anderen Bezirken aber nur um 0,8 Pp und +1,9 Pp.

Die Linke bleibt außer in 22105, Knabeweg (6,3%) durchweg unter 5% mit 1,5%, 22109, Am Isfeld relativ bedeutungslos.

Die Wahlbeteiligung geht hier am wenigsten zurück. Auch hier gilt die Regel: umso höher, desto "freundlicher" die Tendenz in 3 der 6 Wahllokale steigt sie sogar um 0,2 bis 2,6 Pp (22108, Grotefendweg). Nennenswerte Rückgänge treten nur in 22105 und 22109 mit -6,0 und -5,6 PP auf. Nimmt man "Kernhochkamp /Klein-Flottbek steigt sie sogar!!!

Topps & Flopps

Listenst.

CDU

SPD

GAL

FDP

Linke

Wahlbet.

Topp

62,3% -06

45,1% -19
14,3% -08
8,4% -08
14,2% -14
86,2% -06

Flopp

30,8% -15
21,5% -06
0,4% -19
2,8% -21
1,5% -06
31,4% -15


Weitere Fakten:

Die CDU wurde in 12 (2004=20) Wahlbezirken, die SPD in 8 (0)

Die CDU überschritt in 5 (13) Wahlbezirken die 50%-Marke, die SPD in 8 die 40%.

Die GAL überschritt die 10% in 3 (5) Wahlbezirken, 5% in 13 (14).

Die FDP überschritt die 5%-Marke in 8 (2) Wahlbezirken

Die Linke überschritt die 10%-Marke in 5 (-) Wahlbezirken, 5% in 13.

 

Hier zum ausdrucken: die Word-Version

Simon Bruckner, den 03.03.2008